Jahrespressegespräch

"Brot für die Welt" statt "Kuchen für mich"

Präses Nikolaus Schneider hat im Hinblick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise „massive Gleichgewichtsstörungen“ im gesellschaftlichen Zusammenleben kritisiert.

Fundament des Lebens ist nicht materieller Reichtum sondern Gottes Menschenliebe: Präses Nikolaus Schneider beim Jahrespresseabend. LupeFundament des Lebens ist nicht materieller Reichtum sondern Gottes Menschenliebe: Präses Nikolaus Schneider beim Jahrespresseabend.

„Aus der solidarischen und zutiefst biblischen Lebenshaltung ,Brot für die Welt’ ist bei zu vielen ein sozial-darwinistisches ,Kuchen für mich’ geworden“, sagte der Präses am Montagabend vor Journalistinnen und Journalisten in Düsseldorf.

Der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) monierte Rendite-Gier von Anlegern, er kritisierte Bankvorstände und auch Bankberater, die Menschen um ihre Ersparnisse gebracht hätten.

Advent und Weihnachten vor Augen, erinnerte der Präses an Gottes Menschwerdung. Fundament des Lebens sei nicht materieller Reichtum, sondern die Menschenliebe Gottes. „Das ist eine Dimension des Lebens, die wir uns nicht selbst schaffen können und die wir nicht durch Gewinnmaximierung oder Aktienspekulationen bekommen.“

 

 

Mittelbare Auswirkungen: Oberkirchenrat Georg Immel LupeMittelbare Auswirkungen: Oberkirchenrat Georg Immel

Fragen in der Schnittmenge von Kirche und Finanzkrise griff Oberkirchenrat Georg Immel auf. Zunächst einmal finanziere die Kirche ihre Aufgaben aus Kirchensteuereinnahmen, so dass sie erst einmal nichts mit der Krise zu tun habe. Mittelbare Auswirkungen habe die Banken- und Finanzkrise allerdings auf die kirchlichen Rücklagen.

Entsprechend den Anlagerichtlinien der rheinischen Kirche – sie zielen auf ein ausgewogenes Verhältnis von Sicherheit und Ertrag – gebe es bei den Rücklagen einen so genannten Buchverlust - also bislang nur auf dem Papier - von 4,5 Prozent, so der Finanzdezernent der EKiR.

Kirchensteuereinnahmen gehen nach Zwischenhoch zurück

 

 

Wachstumsideologie korrigieren: Oberkirchenrat Wilfried Neusel LupeWachstumsideologie korrigieren: Oberkirchenrat Wilfried Neusel

„Wir behalten die Geschwister im Blick“, erklärte Oberkirchenrat Wilfried Neusel im Blick auf die Finanzkrise und die ökumenischen Partnerschaften der rheinischen Kirche in Asien und Afrika. Gott wolle Frieden und Gerechtigkeit. Und diese Verheißungen dürften sich nicht erst im Jenseits erfüllen.

Nötig sei eine Trendwende, die „unsere Wachstumsideologie korrigiert“, so der Leiter der Abteilung Ökumene-Mission-Religionen im Landeskirchenamt in Düsseldorf.

 

Präses Schneider mahnte auch Änderungen beim nordrhein-westfälischen Ladenöffnungsgesetz an, das zu „schwammig“ formuliert sei. In Köln zum Beispiel könne man mittlerweile de facto fast jeden Sonntag im Jahr einkaufen gehen. „Hier muss die Landesregierung dringend nachbessern!“

Ob der Präses zur Moschee-Eröffnung in Duisburg gehen musste, hatte eine Zeitschrift gefragt. „Ja, er muss!“ antwortete der Präses nun. Die Teilnahme diene dem nicht immer spannungsfreien Miteinander, fördere Achtung und Tolerenz der Religionen und gebe der Religionsfreiheit hier und anderswo Stimme, nannte der Präses unter anderem als Begründung.

„Dankbar“ nahm der Präses die Initiative „Beten 09“ auf. Damit werde an einen „ungeheuren Schatz unseres Glaubens“ erinnert.

 

 

ekir.de/neu /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 1. Dezember 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 2. Dezember 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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