Weihnachten

"Keiner soll in der Heiligen Nacht alleine sein"

Weihnachten berührt Harald Würges sehr, "weil sich da die Botschaft Gottes auf das Wesentliche reduziert, auf Liebe und beschenkt werden". Den 54-jährigen Diakon der Kirchengemeinde Niedergirmes in Wetzlar erwarten am Heiligen Abend Überraschungen.

Harald Würges hat ein Weihnachtsfest mit vielen Überraschungen geplant. Harald Würges hat ein Weihnachtsfest mit vielen Überraschungen geplant.

Wer sitzt Heiligabend an Ihrem Tisch?
Das weiß ich noch nicht. Alle, die sich einladen lassen ins Gemeindehaus. Ich finde, Weihnachten sollte keiner alleine sein. Wir feiern auf diese Weise in unserer Gemeinde schon seit drei Jahren, und ich habe gemerkt, dass es eine schöne Art ist, Weihnachten zu feiern. Es ist immer spannend, immer anders, denn es lebt von den Menschen, die kommen und von dem, was sie mitbringen. Und die Lebensgeschichten rühren an und regen an. Wichtig ist mir: Wir feiern miteinander: Es ist keine Feier "für die", sondern "mit den" Besuchern. Wir haben einen Baum, den wir schmücken. Wir singen Weihnachtslieder. In den letzten Jahren war immer wieder ein Klavierspieler dabei, der Musik gemacht hat. Wir haben Geschenke füreinander. Und ein Hirtenfeuer brennt vor der Kirche. Ich bin gespannt.

Was kommt auf den Tisch?
Es gibt Brot, Butter und Schmalz, und wahrscheinlich auch noch eine kräftige, warme Suppe. Im Gemeindehaus stehen wunderschöne Becher für Feuerzangenbowle. Die haben einen metallenen Steg quer über der Tasse, auf dem ein kleiner Zuckerhut liegen kann, den wir dann anzünden. Darauf freue ich mich sehr. Das gibt einen wunderbaren Duft und ein rot-blau schimmerndes Licht, wenn der Zucker brennt. Das sieht sehr schön aus und tut wohl.

In welchen Gottesdienst gehen Sie?
Ich besuche zwei Gottesdienste. Einmal um 17 Uhr einen Gottesdienst mit einem Krippenspiel, das Kinder im Grundschulalter gestalten. Da lade ich auch Menschen zu unserer Feier ein. Und um 22 Uhr ist die Christmette. Die halte ich, und da werde ich auch von den Erlebnissen und Erfahrungen aus unserer „Heiligen Nacht“ berichten. Denn die Geschichten der Menschen sind oft nah an der Geschichte der Heiligen Nacht.

Erinnern Sie sich an einen besonderen Weihnachtsgottesdienst?
Besonders war der Weihnachtsgottesdienst in Kisongo, einem Dorf in der Nähe von Arusha in Tansania. Wir besuchten mit einer kleinen Gemeindegruppe unser Partnerprojekt und feierten Weihnachten in der Wellblechkirche der Gemeinde. Arme und Habenichtse feierten das fröhlichste und feierlichste Weihnachtsfest, das ich je erlebt habe. Es war ansteckend und Mut machend. Und die weihnachtliche Freude war mit Händen zu greifen und tief im Inneren zu spüren.

 

 

 

ekir.de/Petra Anna Siebert / 22.12.2008

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Samstag, 20. Dezember 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 22. Dezember 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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