Trauung

Abwechslungsreiche, inspirierende Reise

Die Erwartungen an eine Hochzeitsreise sind ohne Zweifel höher als die an den Jahresurlaub – schließlich ist es die erste gemeinsame Reise, die ein Paar als Ehepaar ganz individuell genießen möchte.

Die "Hochzeitsreisen" beschreiben die geistliche Begleitung von Brautpaaren. LupeDie "Hochzeitsreisen" beschreiben die geistliche Begleitung von Brautpaaren.

Etwas Besonderes soll es sein: das Reiseziel, die Unternehmungen und natürlich vor allem die Zweisamkeit. Ebenso wie die Flitterwochen gut geplant sein wollen, so bedarf auch die kirchliche Trauung einer intensiven Vorbereitung. Doch weniger die tatsächliche Hochzeitsreise als vielmehr die geistliche Reise, zu der eine Begleitung von Traupaaren werden kann, ist das Thema des  Buches „Hochzeitsreisen. Missionarische Arbeit mit Traupaaren“.

Christine Heymer und Hans-Hermann Pompe, die die "Hochzeitsreisen" herausgegeben haben, gehen zusammen mit zahlreichen Autorinnen und Autoren der Frage nach: „Wie kann mit dem Wunsch nach einer kirchlichen Trauung so umgegangen werden, dass sich Wege zum Glauben und in die Gemeinde öffnen?“ Dabei verirrt sich das knapp 210-seitige Werk weniger in theoretisch-theologischen Überlegungen, sondern liefert eine abwechslungsreiche und inspirierende „Werkzeugkiste für missionarische Wege mit Traupaaren“.

Die meisten Beiträge sind Ergebnisse aus einer kleinen Arbeitsgruppe von rheinischen Gemeindepfarrerinnen und – pfarrern, die sich auf Anregung des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (gmd Wuppertal) 2006 getroffen haben. Ziel dieser AG war es, missionarische Ideen und Entwürfe rund um den Kasus Trauung auszutauschen.

Aber bitte nicht als Vorwand

So unterschiedlich die Wünsche der Traupaare sowie ihre Verwurzelung in Glaube und Gemeinde sind, so verschieden sind auch die Möglichkeiten, jedes Paar individuell zu begleiten. An vielen Stellen des Buches wird betont, dass die Trauung eines Paares missionarische Chancen bietet, es gleichwohl aber auch Grenzen gibt. So unterstreicht Hans-Hermann Pompe: „Paare wollen eine kirchliche Trauung, keine Privat-Evangelisation. Trauung und Vorgespräche sind nicht Vehikel zum Eigentlichen, kein Vorwand zu Mission.“

In dem Buch, dem ein Vorwort von Petra Bosse-Huber, der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), vorausgeht, finden sich neben zahlreichen Praxiseinblicken von Traugesprächen und Traugottesdiensten auch viele Ideen, wie junge – aber auch lang verheiratete – Paare mit attraktiven und teils niederschwelligen Angeboten in die Gemeinde integriert werden können: Dazu zählt „Die Liebe feiern: Ein romantischer Valentinsabend für Paare“ ebenso wie „In die Beziehung investieren: Wochenenden für Paare“.

Inklusive Kussmaschine

Eine unkonventionelle und lebendige Variante der Trauvorbereitung und Paarbegleitung bietet das Kapitel „Die Kussmaschine“ – hier werden eine Fülle von Filmausschnitten genannt, die geeignet sind, um mit einem Paar unverdächtig und unerwartet einen Einstieg zu zwischenmenschlichen oder auch geistlichen Fragestellungen zu bekommen.

Dass durch eine sensible und offene Begleitung von Traupaaren die missionarische Chance durchaus aufgehen kann, belegt eine aufgeführte E-Mail der Braut Carola. Adressiert an den begleitenden Pfarrer Hans-Hermann Pompe heißt es darin: „Vielen Dank, dass Sie uns den besten Freund, den man als Mensch haben kann, in Erinnerung gerufen haben.“

Hochzeitsreisen. Missionarische Arbeit mit Traupaaren, hrsg. von Christine Heymer und Hans-Hermann Pompe, Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (gmd) der Evangelischen Kirche im Rheinland, Wuppertal 2008. 13,00 Euro plus Versandkosten

 

 

 

ekir.de/Constanze Nieder /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 11. Dezember 2008. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 12. Dezember 2008. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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