Diakonie RWL

Wohnungslosenhilfe trotzt der Kälte

Die eisigen Temperaturen sind für rund 18.000 Obdachlose in Deutschland lebensbedrohlich. Deshalb bietet die Wohnungslosenhilfe der Diakonie in diesen Tagen verstärkt ihre Hilfe an.

„Es muss niemand im Freien schlafen oder den ganzen Tag über im Schnee sitzen, der es nicht will", betont Jan Orlt, Referent für Wohnungslosenhilfe von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL). Gut 190 ganzjährig geöffnete Anlaufstellen für Wohnungslose und  von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen bietet die Diakonie in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland: Notschlafstellen, Wärmestuben, Beratungsstellen, medizinische Dienste und Wohnungsangebote.

Viele Wohnungslose kommen bei Freunden oder Bekannten unter, so die Erfahrung der Diakonie RWL. Doch selbst bei strengen Minusgraden gibt es einzelne, die in U-Bahnschächten, Hauseingängen, Zelten oder Gartenlauben schlafen. Sie drohen zu erfrieren, gerade dann, wenn sie versuchen, der Kälte durch Alkoholkonsum zu begegnen. Hartmut Bröcker, Diakonie RWL: „Betrunkene spüren die Kälte weniger. Deswegen ist es enorm wichtig, nicht einfach achtlos an Menschen, die in Hauseingängen liegen, vorbeizugehen." Auch wenn jetzt die Gefahr für Obdachlose besonders groß erscheint, leben sie das ganze Jahr über gefährlich. „Die Angebote der Diakonie-Wohnungslosenhilfe sind zu jeder Jahreszeit wichtige Anlaufstellen für Beratung, medizinische Hilfe und als soziale Treffpunkte", so Hartmut Bröcker weiter.

Kritisch sehen die Experten der Diakonie das regional sehr unterschiedliche Angebot an Hilfseinrichtungen für Wohnungslose. „In den Städten haben wir ein sehr gutes Hilfenetz mit verschiedenen Anlaufstellen und Notunterkünften." Aber gerade in kleinen Kommunen und auf dem Land fehle es an ausreichenden Einrichtungen. Hier hofft die Diakonie, dass Bahnhöfe und andere öffentliche Gebäude während der Kälteperiode nachts offen gehalten werden. Im Gebiet der Diakonie RWL gibt es rund 190 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, die etwa 3.300 obdachlose Menschen betreuen.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 21. Dezember 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 21. Dezember 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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