Saarland

Diakonie übernimmt die Federführung

Die Diakonie hat die Federführung der LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar turnusgemäß übernommen. Dabei machte die LIGA in einer Feierstunde im Graf-Gustav-Adolf-Haus in Saarbrücken auf ihre sozialpolitischen Forderungen aufmerksam.

Wolfgang Krause, Landesgeschäftsführer des bisher federführenden Paritätischen Wohlfahrtsverbands / Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, zog in seinem Rückblick ein positives Fazit der letzten zwei Jahre. Schwerpunkt sei das Thema „Armut und Armutsbekämpfung“ gewesen. Da dies auch eine gewaltige Herausforderung für die Zukunft sei, habe man eine gute Grundlage für die weitere Arbeit der LIGA geschaffen.

Ferner forderte Krause die Politik auf, die Sozialwirtschaft nicht nur als Kosten- sondern auch als bedeutenden Wirtschaftsfaktor wahrzunehmen. „2008 haben im Saarland 651 Unternehmen unter dem Dach der LIGA-Verbände weit über 21.000 Personen mit einer Lohnsumme von insgesamt über 576 Millionen Euro beschäftigt“, sagte der Landesgeschäftsführer. Damit sei die Sozialwirtschaft eine der bedeutendsten Branchen und Arbeitgeber im Saarland.

Weiteres Engagement gegen Armut und Arbeitslosigkeit

In seinem Ausblick nannte Diakonie-Pfarrer Udo Blank Schwerpunkte für die Arbeit der LIGA in den nächsten zwei Jahren: den demografischen Wandel, Armut und Arbeitslosigkeit, Bildung für Benachteiligte sowie Integration. Ferner lenkte der Vertreter der  Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe den Blick auf den Fachkräftemangel in nahezu allen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit: der Pflege, der Erziehung wie auch der Sozialarbeit.

Seine Forderung an die Politik:  „Die Ausbildungskapazitäten, ob in Fachschulen oder Fachhochschulen müssen massiv ausgeweitet werden. Wir brauchen die Leute.“ Dabei gehe es um zukunftssichere Berufe. Dies zeigten alle Prognosen. Es sei für die Träger überhaupt nicht nachvollziehbar, dass bei einer großen Nachfrage von Bewerbern für soziale Berufe der größere Teil mit Blick auf die fehlenden Kapazitäten abgewiesen werde.

Gegen Diskreditierung Arbeitsloser

Im Mittelpunkt der Feier stand ein Fachreferat von Dr. Uwe Becker vom Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe zum Thema „Die Krise als Herausforderung des Sozialstaates“.  Hauptursache der sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft seien der Mangel und die zum Teil desolaten Bedingungen, unter denen Erwerbsarbeit stattfinde. Becker kritisierte ein gesellschaftliches Klima, das nicht zuletzt von namhaften Politikern geschürt werde, in dem von Armut und Arbeitslosigkeit Betroffene diskreditiert würden.

„Wenn Sozialpolitik meint, die Strukturproblematik des Arbeitsmarktes uminterpretieren zu können zur Verhaltensproblematik der von Arbeitslosigkeit Betroffenen, dann wird sie zum Inbegriff  staatlich gelenkter Sanktions-Pädagogik, die Sozialstaatlichkeit verwechselt mit aktivierendem Verhaltenstraining und insofern tatsächlich mit Begrenzung von Freiheit“, sagte der Theologe.

Arbeit als oberstes Ziel

Wenn Arbeitsmarktintegration nicht ausreichend gelinge, dann müssten wenigstens die Chancen zu mehr sozialer Teilhabe eröffnet werden, so Becker. Er forderte deshalb höhere, dem Lebensstandardprinzip verpflichtende finanzielle Leistungen des Staates  und ein breites Angebot von gemeinwohlorientierten sinnstiftenden Tätigkeiten, die auch Zuverdienstmöglichkeiten eröffneten. Oberstes Ziel müsse aber „Arbeit und vor allen Dingen gute Arbeit für alle bleiben“, so der Diakonie-Vorstand.

Die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im Saarland. Ihr gehören an: die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und die Synagogengemeinde Saar. Das gemeinsame Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten.

 

 

 

ekir.de / hp /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 15. Dezember 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 15. Dezember 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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