Bundesverfassungsgericht

Präses: Dankbar für das Urteil

"Ich danke dem Bundesverfassungsgericht dafür, dass es mit seiner Entscheidung für den Schutz der Sonntagsruhe der grassierenden Gleichmacherei von Werktag und Ruhetag ein deutliches Nein entgegen gesetzt hat", sagt Präses Nikolaus Schneider.

Er gibt Zeit für den Gottesdienst, aber darüber hinaus dient der Sonntag der "heilsamen Unterbrechung" des Alltags, wie Präses Nikolaus Schneider betont. LupeEr gibt Zeit für den Gottesdienst, aber darüber hinaus dient der Sonntag der "heilsamen Unterbrechung" des Alltags, wie Präses Nikolaus Schneider betont.

Das Gericht bricht damit eine "Lanze für die Würde der Menschen“, kommentiert der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das das Berliner Ladenschlussgesetz für verfassungswidrig erklärt. Die im Gesetz erlaubte Freigabe aller vier Adventssonntage zur Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte in Berlin verstößt nach Meinung des höchsten deutschen Gerichts gegen den grundgesetzlich abgesicherten Sonntagsschutz.

„Es spricht für sich, dass die Bundesverfassungsrichter in ihrer Entscheidung festgestellt haben, dass Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe aus religiösen Gründen, aber eben auch zur persönlichen Erholung der Menschen geschützt sind“, unterstreicht Präses Schneider (62). „Als Kirchen haben wir immer wieder deutlich gemacht, dass wir eben nicht allein mit Blick auf den Gottesdienstbesuch gegen die fortschreitende Aushöhlung des Sonntagsschutzes gekämpft haben, wie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels es ganz gerne behauptet."

"Heilsame Unterbrechung der Arbeitswoche"

Aus der Heiligen Schrift, so der leitende Geistliche weiter, "wissen wir, dass Gott seinen Menschen den siebten Tag der Woche als heilsame Unterbrechung der Arbeitswoche geschenkt hat. Diesen Ruhetag brauchen wir Menschen, damit Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen können. Wir brauchen ihn, damit wir Zeit für Familie und das soziale Miteinander haben. Der arbeitsfreie Ruhetag macht deutlich: Kaufen und Verkaufen ist nicht alles im Leben.“

„Die Karlsruher Richter machen in ihrer Urteilsbegründung deutlich, dass bloße wirtschaftliche Interessen – wie bei der Berliner Regelung – es nicht rechfertigen, die gesamtgesellschaftliche und kulturelle Errungenschaft des Sonntagsschutzes, der allen Menschen dient, auszuhebeln. Für diese Klarstellung bin ich dankbar“, so Präses Schneider.

 

 

 

ekir.de / jpi /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 1. Dezember 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 17. Dezember 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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