Wechsel bei der Diakonie

Uwe Becker als neuer Direktor eingeführt

Gegen eine „Verteufelung“ von Hartz IV hat sich der neue Direktor des Diakonischen Werks im Rheinland gewandt. Anlässlich seiner Amts-Einführung sagte Uwe Becker, von der Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe würden auch Menschen profitieren.

Der neue Diakonie-Direktor Uwe Becker (l.) mit seinem Vorgänger Dr. Reinhard Witschke. Der neue Diakonie-Direktor Uwe Becker (l.) mit seinem Vorgänger Dr. Reinhard Witschke.

Inwieweit die diakonischen Träger die neuen, so genannten Ein-Euro-Jobs, anbieten werden, sei im Moment noch offen. Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) habe keine Direktionsgewalt, so Becker. Wie die Träger entscheiden, könnte bei der Fachverbände-Konferenz am Freitag klarer werden.

Schon im EKiR.de-Interview im Vorfeld hatte der neue theologische Direktor und Sprecher des Vorstands des Diakonischen Werks unterstrichen, dass er die Ein-Euro-Jobs für vertretbar halte, wenn sie freiwillig und mit Qualifizierung, im öffentlichen Interesse und zur Integration in den regulären Arbeitsmarkt organisiert werden.

Aufruf zur Nachdenklichkeit

Bei seiner Einführung in der Bonner Johanneskirche rief der neue Diakonie-Direktor zu mehr Besinnung und Nachdenklichkeit auf. In seiner Predigt mahnte er auch zu Klarheit. Trotz gut 25 Jahren Arbeitsmarktkrise werde immer noch "in ritueller Regelmäßigkeit" ihre Überwindbarkeit beschworen. Das Versprechen der Vollbeschäftigung lasse sich aber nicht mehr einlösen. Hier brauche es beherzte Worte.

Auf die "neuen Zusatzjobs – den eingebürgerten Begriff halte ich für fatal" kam die nordrhein-westfälische Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie, Cornelia Prüfer-Storcks, zu sprechen. Werden die Kriterien freiwillig, begleitet und nicht verdrängend eingehalten, seien sie eine "Chance" für Arbeitslose.

Diakonie ist Markenzeichen

Außerdem machte die Politikerin beim Festakt in der Godesberger Stadthalle der Diakonie Mut im Blick auf die künftige Finanzierung. "Sie haben keinen Grund, den Wettbewerb zu scheuen." Die Diakonie sei ein Markenzeichen.

Und dem neuen Direktor, bislang Leiter des Sozialwerks des Evangelischen Stadtkirchenverbands Köln, sagte sie: "Ein Kölner, der den beruflichen Wechsel nach Düsseldorf wagt, dem muss vor dem Rest nicht bange sein."

Dank an Reinhard Witschke

Zahlreicher Dank ging bei dem Festakt an Beckers Amtsvorgänger Dr. Reinhard Witschke. Zum Abschied dankte Oberkirchenrat Georg Immel Witschke, der in den Ruhestand verabschiedet wurde, namens der Kirchenleitung der EKiR für seinen unermüdlichen Einsatz. Dank zollte auch der Präsident des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland, Jürgen Gohde. Er zeichnete Witschke mit dem Kronenkreuz aus. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Gernot Mittler dankte Witschke für den "fairen und kritischen Dialog".

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 27. September 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 28. September 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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