Vereinte Evangelische Mission

Mission durch konkretes Handeln

"Mission muss sich in konkretem Handeln ausdrücken". So buchstabierte Bischof Erme R. Camba von der Vereinigten Kirche Christi in den Philippinen (UCCP), was er unter Erneuerung durch Mission im Kontext der Philippinen versteht.

"Siehe, ich mache alles neu": Logo der VEM-Vollversammlung 2004. "Siehe, ich mache alles neu": Logo der VEM-Vollversammlung 2004.

Diese konkrete Definition von Mission entwickelte Camba in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der Vollversammlung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), die am Montag in Manila begonnen hat. Für Bischof Camba ist klar: Die Verkündigung des Wortes Gottes und das Eintreten für die Opfer von Globalisierung und Menschenrechtsverletzungen sind zwei Seiten einer Medaille sind.

Denr Hauptvortrag zum Leitthema der Versammlung "Mission: Kraft der Erneuerung" hielt die Generalsekretärin des Nationalen Kirchenrats der Philippinen, Sharon Rose Joy Ruiz-Duremdes. Sie beschrieb Mission heute als Mission im Kontext "einer Welt im Kriegszustand, in einem Krieg, der geführt wird, um die Interessen einer mächtigen Nation zu sichern". Ruiz-Duremdes rief die Mission auf, "die Sünde des ekklesiastischen Chauvinismus zu büßen" und unterstrich, Mission müsse selbst erneuert werden, bevor sie zu einer Kraft der Erneuerung werden könne.

Fortschritte durch Internationalisierung und Regionalisierung

Die "neue VEM" habe in den acht Jahren seit ihrer Neukonstituierung in Bethel 1996 erhebliche Fortschritte gemacht. Das betonte der Generalsekretär der VEM, Reiner Groth, im Rechenschaftsbericht des Rates. Dabei sei die "Internationalisierung" der Kirchengemeinschaft mit der gleichberechtigten Teilhabe aller Mitglieder an den wichtigen Beschlüssen ergänzt worden durch die "Regionalisierung" der Arbeit in Asien, Afrika und in Deutschland mit jeweils eigenen Teams und Entscheidungsstrukturen.

Das habe zu einem vertieften Bewusstsein der Zusammengehörigkeit der Partner und zur Stärkung wichtiger Arbeitszweige geführt. Groth nannte besonders die Jugendarbeit: In vielen Staaten Asiens und Afrikas sei mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter zwanzig Jahre alt. Als eine theologische Herausforderung für die VEM bezeichnete Groth die Begegnung mit der stark wachsenden Pfingst- und charismatischen Bewegung in der Weltchristenheit.

Kampf gegen Aids ist Arbeitsschwerpunkt

Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der VEM bleibt der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Notwendig sei eine enge Kooperation zwischen den Kirchen, den Regierungen und den Zivilgesellschaften, erklärte Groth. Die Vollversammlung der VEM wird in Manila ein Strategiepapier zum Thema HIV/Aids beraten, das auch eine theologische Grundlegung dieser Arbeit enthält.

Seit elf Jahren ist die Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein integraler Bestandteil der VEM-Arbeit. Mehr als fünfzig Projekte aus diesem Feld seien in den letzten Jahren gefördert worden, heißt es im Rechenschaftsbericht. Besonderes Augenmerk werde dabei auf regionale Konflikte gerichtet, etwa in West Papua oder in Zentralafrika.

Als legitimes Anliegen akzeptiert

Die VEM sei die erste kirchlich-missionarische Organisation mit Sitz in Deutschland gewesen, die für die Menschenrechtsarbeit eine eigene Personalstelle zur Verfügung gestellt habe. Gelegentlich geäußerte Sorgen, damit würde sich die VEM zu stark in politische Auseinandersetzungen hineinziehen lassen, hätten sich als unbegründet erwiesen: "Die Fragen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung werden von allen Mitgliedern als legitime Anliegen akzeptiert."

Die Vollversammlung der VEM, der Gemeinschaft von 34 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland mit Sitz in Wuppertal, tagt vom 27. September bis 2. Oktober in der philippinischen Hauptstadt. Über 150 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedskirchen, Gäste, Fachleute und Mitarbeitende sind in Manila zusammengekommen, um über die Schwerpunkte der Arbeit in den nächsten vier Jahren zu entscheiden.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 28. September 2004. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 28. September 2004. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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