Jahrespresseabend

Der Kirchentag war herausragend

Das Thema der kommenden Landessynode - Globalisierung - zehrt auch von Gedanken und Anregungen des Kirchentags in Köln im vergangenen Juni. Das sei ein Gewinn aus dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag, so Präses Nikolaus Schneider.

Diskussion um Moscheebau ohne "verletzende Schärfe": Präses Nikolaus Schneider beim Jahrespresseabend. LupeDiskussion um Moscheebau ohne "verletzende Schärfe": Präses Nikolaus Schneider beim Jahrespresseabend.

Beim Jahrespresseabend nannte der Präses den Kirchentag "das herausragende Ereignis des Jahres 2007". Er blicke "mit großer Dankbarkeit auf dieses wunderbare Fest des Glaubens zurück", so der leitende Geistliche der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) am Montagabend vor Journalistinnen und Journalisten.

Der Kirchentag habe in rheinischer Weltoffenheit, Fröhlichkeit und Frömmigkeit ernsthafte Diskussion und ausgelassenes Feiern, Gebet und Gesang, angeregtes Gespräch und andächtiges Schweigen in Einklang gebracht.

Aus Sicht des Präses hinterlässt der Kirchentag auch Verpflichtungen - darunter die beeindruckende Atmosphäre des ökumenischen Gottesdienstes im Kölner Dom. Eine zweite Verpflichtung bleibe die tiefe Ernsthaftigkeit der Diskussionen um Krieg und Frieden, Globalisierung und Klimaveränderung.

Moscheebau-Debatte ohne Schärfe

Zu sprechen kam der Präses beim Jahrespresseabend noch einmal auf die Debatten um den Bau einer Moschee in Köln. "Religionsfreiheit muss für alles gelten. Also muss der Moscheebau in Köln möglich sein." Zugleich bekräftigte der Präses, dass mit dem Bauherrn DITIB "auch der türkische Staat mit am Tisch" sitze.

Und die Türkei müsse sich fragen lassen, wie sie es mit der Religionsfreiheit halte. Außerdem wandte sich der Präses gegen die "verletzende Schärfe" in der Diskussion um den Moscheebau. "Die Debatte braucht eine Abkühlung."

 

 

Besondere Chance für Gemeindemitglieder: Vizepräsident Christian Drägert. LupeBesondere Chance für Gemeindemitglieder: Vizepräsident Christian Drägert.

Als "besondere Chance für Gemeindemitglieder" hat Vizepräsident Christian Drägert für die Beteiligung an der Presbyteriumswahl am 24. Februar 2008 geworben. Schließlich könnten die Gemeindeglieder "selbst bestimmen, wer in den kommenden vier Jahren die jeweilige Ortsgemeinde leiten wird". Aufgerundet 10.000 Menschen leiten zwischen Emmerich und Saarbrücken die Geschicke der Kirchengemeinden.

Bei den Wahlen im kommenden Jahr gilt ein verändertes Wahlgesetz, das die Zahl der Gemeinden, die wirklich wählen, noch einmal erhöhen soll. Zuletzt war vielerorts die Zahl der Wahlvorschläge nicht größer als die der Plätze. Drägert: "Mancherorts war die Nicht-Wahl über Jahrzehnte fast eine Tradition - aber eine, die unserem Kirchenbild und dem Geist unserer Ordnung nicht entspricht."

 

 

Ehrenamtliche als Salz der Erde: Vizepräses Petra Bosse-Huber. LupeEhrenamtliche als Salz der Erde: Vizepräses Petra Bosse-Huber.

Nicht nur die Presbyterinnen und Presbyter: Die Ehrenamtlichen sind "das Salz der Erde", sagte Vizepräses Petra Bosse-Huber. Sie seien der "Stoff, ohne den der Leib Christi nicht leben könnte". Und deshalb steht der neue Ehrenamtspreis der rheinischen Kirche auch unter dem Motto "Ihr seid das Salz der Erde". Am kommenden Samstag, 8. Dezember, wird der Präses ihn erstmals überreichen. 114.600 Menschen arbeiten in der rheinischen Kirche ehrenamtlich mit.

Stichwort Finanzen

Die rheinische Kirche verzeichnet Zuwächse bei den Kirchensteuereinnahmen und behält zugleich ihren finanziellen Sinkflug bei. Der Sparkurs werde strikt eingehalten, so Oberkirchenrat Georg Immel. Durch den Anstieg sozialversicherungspflichter Arbeitsplätze habe die Kirche vor allem im ersten Halbjahr diesen Jahres mehr Kirchensteuern eingenommen. Immel sprach von einem "Zwischenhoch an Mehreinnahmen".

Die Landeskirche werde in diesem Jahr 78,9 Millionen Euro ausgeben - und im kommenden Jahr sogar 82,4 Millionen Euro. Allerdings werden 2008 rund 3,4 Millionen Euro allein zur Auffüllung der Versorgungskasse zusätzlich in den Haushalt eingestellt.

Stichwort Landessynode

Die Landessynode tagt vom 6. bis 11. Januar in Bad Neuenahr. "Wirtschaften für das Leben" lautet das Papier zum Hauptthema Globalisierung, das der Synode zu Beratung und Beschluss vorliegt. Vorträge zum Thema Globalisierung werden der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Dr. Konrad Raiser, sowie der Wissenschaftliche Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn, Dr. Meinhard Miegel, halten.

Neben Kirchenkreisanträgen und Kirchengesetzen wird die Landessynode den landeskirchlichen Haushalt beraten und beschließen. Am Montagvormittag wird Präses Nikolaus Schneider den Präses-Bericht erstatten.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 3. Dezember 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 4. Dezember 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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