Kirchenleitung

Landminen komplett verbieten

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) macht sich gegen Landminen stark. Wie die Kirchenleitung beschloss, unterstützt die rheinische Kirche das vollständige Verbot von Produktion, Weiterverbreitung sowie Einsatz von Landminen und Streumunition.

Unterschriftenübergabe in Berlin, unter anderem mit Pfarrer Roland Kühne (3.v.r.). Das Kreuz, ein Entwurf des Krefelder Architekten Benno Friebe, zeigt die Tränen Gottes über das Leid. Unterschriftenübergabe in Berlin, unter anderem mit Pfarrer Roland Kühne (3.v.r.). Das Kreuz, ein Entwurf des Krefelder Architekten Benno Friebe, zeigt die Tränen Gottes über das Leid.

Bundesregierung und Bundestag sollen sich eindeutig und vollständig gegen Landminen und Streumunition stellen, so die Forderung. Mit ihrem Beschluss hat die Kirchenleitung zugleich eine Entscheidung der Synode des Kirchenkreises Krefeld-Viersen aufgenommen. Die Kreissynode hatte sich Ende Oktober die Forderung des Aktionsbündnisses Landmine.de zu eigen gemacht. Auch das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Kempen spricht sich für das vollständige Verbot aus.

Vor nunmehr gut zehn Jahren haben 121 Staaten ein internationales Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen unterzeichnet. Ebenfalls im Jahr 1997 ging der Friedensnobelpreis an die Internationale Kampagne zur Ächtung der Landminen. Das Aktionsbündnis Landmine.de ist ihre deutsche Sektion.

Bei allem Erfolg: Das Landminen-Verbot ist noch lückenhaft. Die Kritik im einzelnen: Die Bundesrepublik wolle nach wie vor bestimmte Streumunitionen vom Verbot ausschließen. So genannte ungefährliche Streumunition mit „akzeptabler“ Fehlerquote solle erlaubt bleiben. Ausnahmen sollen auch für Raketen gelten, die Landminen verstreuen.

Unter das Verbot müssten auch nichtexplosive Blindgänger und Streumunition fallen, die von Trägersystemen in kleinen Mengen verschossen wird, so das Aktionsbündnis Landmine.de.

 

 

Gesammelt werden nun Unterschriften für ein lückenloses Landminen-Verbot. Beteiligt haben sich daran jetzt beispielsweise Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kempen mit ihrem Berufsschulpfarrer Roland Kühne. Sie übergaben am Tag der Menschenrechte in Berlin im Bundestag ihre Protest-Unterschriften. Kühne hatte auch den Beschlussantrag auf der Kreissynode Krefeld-Viersen vorgestellt.

Bei der Vorbereitung eines Techno-Gottesdienstes für den 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag im vergangenen Juni in Köln seien sie am Berufskolleg Kempen auf das Aktionsbündnis Landmine.de aufmerksam geworden, erzählt Kühne. Seitdem sammeln die Schülerinnen und Schüler, betroffen von dem durch Landminen und Streumunition ausgelösten Leid, Unterschriften für das vollständige Verbot.

 

 

 

neu / 10.12.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 11. Dezember 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 12. Dezember 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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