Jugend

Postkarten sollen Druck machen

Mit einer Postkartenaktion macht die evangelische Jugendarbeit jetzt - neben der "Volksinitiative" - Druck gegen die NRW-Sparpläne in der Kinder- und Jugendarbeit

Herber Sarkasmus: Die Protest-Postkarte aus der Jugendarbeit. Herber Sarkasmus: Die Protest-Postkarte aus der Jugendarbeit.

"Frohes Weihnachtsfest, liebe Kinder" - was nett klingt, ist durch den Rotstift durch die Arbeitsfelder fies konterkariert. Adressat der Karten, die Kinder und Jugendliche abschicken, ist der Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Karte ist ein Produkt der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Nordrhein Westfalen (AEJ NRW).

Sie wird Kindern und Jugendlichen in der Evangelischen Jugendarbeit zur Verfügung gestellt, um sie mit persönlichen Anmerkungen und Grüßen versehen an den Finanzminister zu schicken.

"Jugendarbeit existenziell getroffen"

Die beabsichtigten Kürzungen im Landesjugendplan NRW treffen die Evangelische Jugendarbeit existenziell, sagt Landesjugendpfarrer Rüdiger Breer. Denn: Die Arbeit in den Offenen Jugendhäusern soll bis 2005 um rund 40 Prozent des Ansatzes von 2003 gekürzt werden. Für die Jahre bis 2007 werden sogar weitere gravierende Kürzungen angekündigt. Breer: "Die Gemeinden sind damit vor die Frage gestellt, ob sie die Arbeit finanziell noch tragen können."

Mit Sorgen sieht Breer auch: Der Schulung Ehrenamtlicher und den Freizeiten für Kinder und Jugendliche werden in nächster Zukunft erheblich weniger Mittel des Landes zur Verfügung stehen. Außerdem stehen den landeskirchenweit arbeitenden Einrichtungen zur Förderung der Jugendarbeit beachtliche Kürzungen ins Haus.

"Bildung ist mehr als Schule"

Entgegen der gesellschaftlichen und politischen Forderung nach umfassender und qualifizierter Bildung von Kindern und Jugendlichen sind Kürzungen im Bereich der außerschulischen Bildung das falsche Signal. Breer: "Bildung ist mehr als Schule." Alle Expertinnen und Experten seien sich einig, dass in der Jugendarbeit ein entscheidender Beitrag zur Bildung junger Menschen geleistet wird.

Zwar sei es zu begrüßen, dass die Landesregierung die Offene Ganztagsschule besser auszustatten will, aber auf der anderen Seite sei zu bemängeln, dass die Jugendarbeit als mögliche Partnerin am Ort nun finanziell nachhaltig geschwächt wird. Nun hofft Breer, "dass viele Weihnachtskarten von Kindern und Jugendlichen an den Finanzminister vielleicht doch noch etwas bewegen können".

Volksinitiative: im Bezirksamt unterschreiben

Außerdem finde die Volksinitiative "Jugend braucht Zukunft" mit dem Ziel, die Förderung der Jugendarbeit in NRW in Zukunft gesetzlich abzusichern, hoffentlich viele Unterstützerinnen und Unterstützer. Wer die Initiative unterstützen will, muss wahlberechtigt sein und sich bis zum 27. Januar 2004 in ihrem oder seinem Bezirksamt in die dort ausliegenden Einschreibungslisten eintragen.

 

 

 

 

16.12.2003

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 12. Dezember 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 18. Dezember 2003. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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