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Plakat zur 7-Wochen-ohne-Aktion 2014 Plakat zur 7-Wochen-ohne-Aktion 2014

Aktion "7 Wochen ohne"

Im Kopf freier werden

„Ich nehme das zum Anlass, mal mehr auf mich selbst zu hören und nicht so sehr dem Mainstream zu folgen." So kommentiert Petra Dries-Schäfer aus Düsseldorf ihre Teilnahme an der Aktion "7 Wochen ohne", die von Aschermittwoch bis Ostern läuft.

Weg mit den Schubladen, Schluss mit Vorurteilen: „Selber denken! 7 Wochen ohne falsche Gewissheiten“ lautet in diesem Jahr das Motto der evangelischen Kirche für die heute beginnende Fastenzeit, die bis Karsamstag dauert. Viele Gemeinden, Fastengruppen und einzelne Menschen nehmen diesen Anstoß zur Besinnung in der Passionszeit gerne an, wie Petra Dries-Schäfer. Sie überlegt, "vielleicht auch mal den Mund aufzumachen, auch wenn man sich mehreren entgegen stellen muss“.

Die Düsseldorferin schließt sich in den kommenden sieben Wochen der Fastengruppe in ihrer Matthäi-Gemeinde in Flingern/Zoo an, die von Pfarrerin Elisabeth Schwab geleitet wird. „Ich werde vermutlich nicht zu jedem der wöchentlichen Treffen gehen können. Aber der Austausch mit anderen Menschen ist mir wichtig, denn er bringt mehr, als nur für sich alleine Texte zu lesen oder Gedanken zu machen. Das Gespräch macht alles nachhaltiger“, sagt Petra Dries-Schäfer.

Aus fragloser Routine herauslocken

Über das diesjährige Motto sagt Arnd Brummer, Geschäftsführer von "7 Wochen ohne": „Wir möchten Menschen in der Passionszeit heraus aus fragloser Routine und halben Wahrheiten, zum Nachfragen und Neudenken locken. Mut und eine Portion Unvernunft braucht es, Gewohnheiten und Traditionen infrage zu stellen – im Job, in der Familie oder in der Kirche.“

Dass das in Gemeinschaft mit anderen nachhaltiger gelingt, beobachtet auch Pfarrerin Heike Gabernig: „Wir erleben, dass die Menschen Lust haben, aufeinander zuzugehen und offen zu sein“, berichtet sie. Rund 30 bis 40 Teilnehmende sind in den vergangenen Jahren zu den wöchentlichen Treffen ihrer Fastengruppe in der evangelischen Gemeinde Meerbusch-Lank gekommen. Deswegen stecken sie und einige helfende Presbyter auch viel Zeit und Energie in die Vorbereitung der diesjährigen Treffen während der Passionszeit.

Gebete, Rollenspiele, Mitgebsel

Wie steht es eigentlich um meine Selbstbestimmtheit? Lasse ich mich vereinnahmen? Was sind Gewissheiten, die ich selber habe? Haben sie mich in der Vergangenheit eher getragen oder enttäuscht? All dies sind Fragen, mit denen sich die Gruppe in den kommenden sieben Wochen in Gebeten und meditativen sowie biblischen Texten, in kreativen Arbeiten und kleinen Rollenspielen, in Liedern und Gesprächen beschäftigen wird.

Immer wird es am Ende des Treffens ein kleines Mitgebsel geben, das helfen soll, die Gedanken und Gefühle des Abends ein Stück mehr mit nach Hause zu nehmen und weiter zu bewegen. Und warum dieses mentale Fasten? Ganz klar: „Um freier zu werden im Kopf“, sagt Pfarrerin Heike Gabernig.

Spontane Fastengruppe am PSG

Fasten bedeutet auch zu entsagen. „Ich denke schon, dass die Schüler merken werden, wie schwer es ist zu verzichten“, sagt Caroline Wendel. Mit all ihren Klassen und Kursen bespricht die Religionslehrerin des evangelischen Paul-Schneider-Gymnasiums (PSG) in Meisenheim in diesen Tagen die Fastenzeit. Mit Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse hat sie bereits vor Karneval eine Andacht gehalten. Ganz spontan hat sich daraus eine Fastengruppe aus Jugendlichen und auch einigen Lehrern für die Zeit nach den jecken Tagen gebildet.

„Manche verzichten auf Süßigkeiten, manche auf Fleisch, manche wollen ohne Medien wie Facebook auskommen oder ohne Auto“, berichtet Caroline Wendel. Die Jugendlichen haben sich zunächst einmal nur eineinhalb Wochen vorgenommen. Danach werden sich alle, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, zusammensetzen und austauschen. „Wir wollen reflektieren, ob es uns leicht oder schwer fällt, welche Schwierigkeiten sich ergeben, wie es uns damit geht. Manche der Schülerinnen und Schüler überlegen, nach den eineinhalb Wochen weiter zu fasten." Caroline Wendel ist gespannt.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 4. März 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 7. März 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Alexandra Stoffel / 05.03.2014



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