Landessynode 2009

„IBEK“ für die Kindergärten: Evangelisch nicht nur durchs Schild

Leiterinnen, Erzieherinnen und Träger von evangelischen Kindertageseinrichtungen sollen besser qualifiziert und für den Wandel im Kindergarten vorbereitet werden. Dem dient das „Integrative Bildungssystem evangelischer Kindertageseinrichtungen (IBEK)“ .

Das Fortbildungskonzept IBEK und seine Finanzierung liegen der Landessynode 2009 als Drucksache vor. IBEK soll die bisherigen Leitungslehrgänge ablösen bzw. ausweiten – im Sinne eines „ganzheitlichen Bildungssystems für alle Akteure“ rund um die Kindertageseinrichtungen. Vorgeschlagen sind fünf Bildungsbereiche: Leitung, Erzieherinnen und Erzieher, Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, Fachberatung sowie Träger.

Die Finanzierung sollen die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), ihr Diakonisches Werk sowie der Rheinische Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder tragen – neben öffentlichen Fördergeldern.

Das neue NRW-Kinderbildungsgesetz (Kibiz) mit seinem Wechsel von der Betriebskostenfinanzierung zu Kindpauschalen ist eines der Stichworte, warum IBEK kommen soll. Entwicklung evangelischen Profils in den Kitas ist ein weiteres Motiv. Außerdem gehören Erwartungen und Ansprüche der Eltern sowie internationale Kindergarten-Vergleiche zu den Gründen für IBEK.

Hintergrund für IBEK sind theologische Überlegungen zur frühkindlichen Bildung, macht Oberkirchenrat Klaus Eberl deutlich, Leiter der Abteilung Erziehung und Bildung im Landeskirchenamt. Kitas haben neben dem Erziehungs- und Betreuungsauftrag einen eigenständigen Bildungsauftrag, stellt der Theologe klar.

Weiter erinnert der Oberkirchenrat daran, dass das Wort Bildung seinen Ursprung in der alttestamentlichen Rede vom Menschen als Gottes Ebenbild hat. „Im Zentrum der Elementarbildung steht jedes einzelne Kind in seiner Beziehung zu Gott, zu sich selbst, zum Nächsten, zur Welt." Weiter wirbt Eberl: „Evangelisch wird ein Kindergarten nicht durch ein Schild an der Tür. Profilentwicklung tut Not und wird vielfach praktiziert. Dazu leistet IBEK einen wichtigen Beitrag.“

Und was wird sich durch IBEK praktisch ändern? Die meisten evangelischen Kindergärten stehen in der Diaspora, Erzieherinnen sind typischerweise katholisch oder rein staatlich ausgebildet, stellt Eberl fest. Mit IBEK holen sie also die religionspädagogische Kompetenz nach. IBEK beinhaltet auch die Idee eines evangelischen Gütesiegels mit verbindlichen Standards. Ein wöchentlicher evangelischer Kindergartengottesdienst – das wäre eine konkrete, wünschenswerte Umsetzung, so Eberl.

 

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 7. Januar 2009. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 7. Januar 2009. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 



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