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Holger Evang-Lorenz Holger Evang-Lorenz

Lyrik

Schärfer wahrnehmen

Eindringlich und in gedankenreicher Sprache: So sind die Gedichte und Kurztexte, die Holger Evang-Lorenz mit großem Erfolg verfasst. Dafür gewann der Kölner Pfarrer im Ruhestand auch schon Preise.

Beim Bonn-Bad Godesberger Literaturwettbewerb bekamm Evang-Lorenz den 1. Preis. „Du sollst kein unbeteiligter Zuschauer sein“ lautete das Motto des Wettbewerbs Politische Lyrik 2015/2016 des Geest-Verlages, an dem Holger Evang-Lorenz im Jahr davor ebenfalls erfolgreich teilgenommen hatte und anschließend in die dazugehörige Anthologie - also die Sammlung einiger der mehr als 800 eingesandten Texte - aufgenommen worden war.

Für den Theologen, der mit seinem Mann in Köln lebt, war dies nicht nur ein einmaliges Wettbewerbsmotto. Vielmehr ist dieser Satz eine generelle Triebfeder für sein Schaffen. Davon zeugen auch seine literarischen Werke, die Ende vergangenen Jahres in Bad Godesberg ausgezeichnet worden sind. Auch von diesem Wettbewerb wurde eine Anthologie erstellt, die den Titel eines Gedichts von Evang-Lorenz trägt: "Distomo"

Unverarbeitete Lasten und seelische Nachwirkungen

Die Themen seiner prämierten Texte - Lyrik und Prosa-Miniaturen - umfassen "vor allem unverarbeitete Lasten und seelische Nachwirkungen der deutschen NS-Zeit sowie die damit einhergehende harsche Homophobie, die aktuelle Flüchtlingsthematik und auch die signifikant zunehmende gesellschaftliche Vereinsamung von alten, kranken sowie mittellosen Menschen“, erläutert der 60-jährige evangelische Theologe, Pastoralpsychologe und Supervisor.

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand ist Evang-Lorenz Ansprechpartner im „Netzwerk Kirchliche Aids-Seelsorge“. Auch dies ist eine Quelle für seine kreative Arbeit: „Zahlreiche Gedichte entstanden und entstehen aufgrund von Gesprächen mit HIV-positiven oder lesbischen und schwulen Flüchtlingen“, erzählt er.

"Gedichte können wichtige Impulse geben"

Was Holger Evang-Lorenz beschäftigt, verarbeitet er in seiner Lyrik und in kurzen Texten. Annie Kawka-Wegmann, die bei der Verleihung des Bonn-Bad Godesberger Literaturpreis die Laudatio hielt, betonte seine gedankenreiche, sachliche Sprache, die der Thematik der Gedichte gegenüberstehe, sie aber in gewisser Weise ergänze.

Welche Kraft Lyrik entfalten kann, wird im Vorwort der Anthologie zum Wettbewerb Politische Lyrik 2015/2016 beschrieben: „Gedichte können wichtige Impulse geben, schärfer wahrzunehmen, Stellung zu beziehen, seine Stimme zu erheben und etwas anzustoßen, damit ein humanitäres Miteinander möglich wird.“

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ekir.de / sto / 04.08.2017



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