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Die Ilustrationen im Arbeitsheft zum Mirjamsonntag sind schwarz-weiß gehaltene Zeichnungen, die durchaus provozierend wirken können. Die Ilustrationen im Arbeitsheft zum Mirjamsonntag sind schwarz-weiß gehaltene Zeichnungen, die durchaus provozierend wirken können.

Mirjamsonntag

Von mutigen Frauen

„Wo das Reden Mut verlangt“: Mit diesem Thema beschäftigt sich das neue Arbeitsheft zum Mirjamsonntag, der dieses Jahr auf den 17. September fällt. Es geht um Beispiele von mutigen Frauen aus der Bibel, der Reformationszeit und heute. Entwickelt und gestaltet wurde das Heft von einem Projektteam aus dem Kirchenkreis Leverkusen.

Am Mirjamsonntag – dem 14. Sonntag nach Trinitatis – ist die Gerechtigkeit zwischen Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft Thema von Gottesdiensten. Dafür erstellt jedes Jahr ein anderer Kirchenkreis der Evangelischen Kirche im Rheinland ein Arbeitsheft, in dem Texte, Lesungen, Lieder und Gebete für die Gottesdienst-Gestaltung vorgeschlagen werden.

Im Reformationsjahr war der diesjährigen Arbeitsgruppe klar: „Wir mussten einen Bogen schlagen von einer biblischen Frauen-Geschichte über Frauen der Reformation bis zu mutigen Frauenbeispielen heute“, sagt Brigitte Stahl-Hackländer, die Projektverantwortliche aus Leverkusen. Das ist der Gruppe gelungen.

Von der Bibel über die Reformation bis heute

Das Beispiel aus der Bibel ist die Erzählung von der kanaanäischen Frau, die sich – obwohl sie einem anderen Volk und einer anderen Religion angehört – vor Jesus niederwirft und ihn immer wieder um Hilfe anfleht für ihre Tochter. Jesus verweigert diese zunächst, gibt dann aber nach.

Auf zwei Seiten haben die Mitarbeitenden des Projektteams ihre Gedanken zu dem Bibeltext aufgeschrieben. „Was für eine Frau!“, schreibt dort eine Teilnehmerin. „Als Angehörige eines fremden Volkes hat sie keinerlei Recht oder Ansprüche, sich mit der Sorge um ihre Tochter an Jesus zu wenden – sie tut es dennoch!“ Ein anderer Teilnehmer meint: „Die kanaanäische Frau bezwingt Jesus mit Worten und weitet seinen Horizont. Sie erst ermöglicht den Weg des Evangeliums in die Welt.“ „Was wäre aus Jesus geworden ohne die Erfahrung, dass das Zulassen von bisher Ungedachtem und Unvorstellbarem für alle zu einer Bereicherung werden kann?“, fragt wieder eine andere Teilnehmerin.

Beispiele für mutige Frauen heute suchen

Als ein Beispiel für die Frauen, die in der Reformation über sich hinaus gewachsen sind und Grenzen überschritten, beschäftigt sich das Arbeitsheft mit Katharina Zell. Ein fiktives Tischgespräch stellt die mutige Reformatorin vor.

Letztlich möchte das Projektteam aber diejenigen, die die Gottesdienste zum Mirjamsonntag in den Gemeinden vorbereiten, ermutigen, Beispiele für mutige Frauen in ihrer eigenen Umgebung zu suchen. „Wofür wollen Sie in Ihrer Gemeinde eintreten? Welche Menschen kennen Sie in Ihrem Ort, die sich etwas getraut haben?“ fragen die Autoren daher im Vorwort. Auch dafür liefern sie Anhaltspunkte im Heft.

Stolz auf Bebilderung des Arbeitsheftes

Stolz ist die Leverkusener Projektgruppe auf die Bebilderung des Heftes. „Wir haben eine junge Grafikstudentin gebeten, die Texte zu bebildern“, erzählt Brigitte Stahl-Hackländer. Heraus gekommen sind in schwarz-weiß gehaltene Zeichnungen, die durchaus provozierend wirken könnten, sagt sie. „Die Bilder sind genau das, was in die heutige Zeit passt“, findet Stahl-Hackländer. Beispielsweise – wie auf dem Titelbild – rechtsextrem anmutenden Gestalten mutig entgegen zu treten.

Die Mirjamhefte werden über die Kirchenkreise verteilt. Einzelne Hefte können auch über die Arbeitsstelle Gottesdienst bezogen werden.

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ekir.de / sto, Illustration: Sarah Oexmann / 10.08.2017



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