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So sah sie aus, die Johanneskirche an der Martin-Luther-Straße. Rechts im Hintergrund ist der Turm der alten Christuskirche zu sehen, die im Krieg zu großen Teilen zerstört wurde. So sah sie aus, die Johanneskirche an der Martin-Luther-Straße. Rechts im Hintergrund ist der Turm der alten Christuskirche zu sehen, die im Krieg zu großen Teilen zerstört worden war.

Ausgrabungen

Fundamente einer „Notkirche“ freigelegt

Sie war eine „Notkirche“, die 1949 in den Trümmern von Aachen erbaut worden war: die evangelische Johanneskirche. 1979 brannte sie ab. Jetzt ist ihr Fundament bei archäologischen Ausgrabungen freigelegt worden. Bald erinnert eine Hinweistafel an das frühere Gebäude.

Begutachtung der Johanneskirche nach dem Brand 1979. Begutachtung der Johanneskirche nach dem Brand 1979.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war die Johanneskirche 1948/49 als „Notkirche“ für die etwa 15.000 evangelischen Christinnen und Christen der Stadt errichtet worden – gegenüber von der ehemaligen, zerstörten Christuskirche, auf deren Grundstück heute das Martin-Luther-Haus steht. Denn alle vier evangelischen Kirchen in Aachen waren im Krieg zerstört worden.

Bartning-Notkirche von Gemeindemitgliedern erbaut

Architekt der Kirche war Otto Bartning, der damals in vielen deutschen Städten die so genannten „Bartning-Notkirchen“ baute – etwa 50 in ganz Deutschland. „Die Bartning-Kirchen waren Symbol einer neuen Zeit und auch Ausdruck eines neuen Gemeinschaftsgefühls nach dem Krieg“, erläutert Markus Pavlovic, Archäologe der Stadt Aachen. Denn das Fundament und die Umfassungsmauern des Ziegelsteinbaus – der übrigens keinen  Turm hatte – wurden durch die Gemeindemitglieder in Eigenarbeit errichtet. „Das Dach und die hölzernen Hauptteile der Konstruktion entstammten einer Spende durch die ‚Evangelical and Reform Church‘ aus den Vereinigten Staaten“, erläutert Pfarrer Redmer Studemund, Vorsitzender des Gesamtpresbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen. Vermittelt hatte diese Spende der Weltkirchenrat in Genf.

Fundament wird Bodendenkmal

Bei einem Brand, der in den Morgenstunden des 24. März 1979 ausbrach, wurde die Johanneskirche fast vollständig zerstört. Die Ursache wurde nie geklärt, Brandstiftung aber ausgeschlossen. Nun soll ihr Fundament als Bodendenkmal eingetragen werden und eine Hinweistafel an das ehemalige Gotteshaus erinnern.

Die Ausgrabungsstätte liegt im Bereich des neu geplanten Suermondt-Parks, der sich seit Januar im Bau befindet. „Eigentlich sollte dort mit einer Treppenanlage ein neuer Eingangsbereich geschaffen werden“ erläutert Elfi Buchkremer, Leiterin der Abteilung Umweltvorsorgeplanung und Grünplanung im Fachbereich Umwelt der Stadt Aachen. Doch diese Planung wurde nun fallen gelassen.

Alter Zaun in Hecke eingewachsen

Auch, wenn man bald die Fundamentreste der Kirche nicht mehr sieht, besteht ein Teil der damaligen Anlage weiter: In der Hecke, die jetzt noch den Bürgersteig von der Freifläche trennt, ist der alte Zaun, der das Grundstück der Johanneskirche umschloss, eingewachsen. Der Suermondt-Park soll noch vor den Sommerferien in diesem Jahr fertig gestellt werden. 

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ekir.de/epd/sto/Evangelischer Kirchenkreis Aachen / 26.02.2016



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