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ÖKT: Dialogbibelarbeit mit Essener Bischof Franz-Josef Overbeck

Präses Schneider: „Wer sich Menschen in Not entzieht, der entzieht sich Gott“

Pressemitteilung 93/2010

Am Ende – am Ende dieser Welt – kommt es nicht auf Konfession und Kirchenbesuch an. Das hat Präses Nikolaus Schneider heute Morgen (Freitag, 15. Mai, vgl. Sperrfrist!) auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München deutlich gemacht. In seiner Bibelarbeit über das Gleichnis vom Weltgericht aus dem Matthäus-Evangelium, die er im Dialog mit dem Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hielt, sagte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Der Maßstab, mit dem Jesus Christus in diesem Gleichnis vom Endgericht urteilt und scheidet, ist – besonders auch für bibelkundige und kirchentreue Christenmenschen – erstaunlich und vielleicht sogar befremdlich: Bekennender Glaube an Gott oder Christus, Taufe, Kirchenmitgliedschaft, Gottesdienstbesuche, Eucharistie- und Abendmahlsverständnis, sexuelle Orientierung – alles das spielt offensichtlich überhaupt keine Rolle.“ Allein auf das uneigennützige und nicht auf göttliche Belohnung schielende Tun der Liebe und der Barmherzigkeit gegenüber den Mitmenschen komme es an.

Entscheidend sei beim Endgericht über die Welt, dass sich die Menschen Jesus Christus in Gestalt der Bedürftigen zugewandt oder von ihm abgewandt hätten, ohne dass sie ihn jenseits dieser Menschen hätten erkennen konnten, so Präses Schneider. In der Tradition seines jüdischen Glaubens habe Jesus alle Weisungen und Gebote Gottes in dem Doppelgebot der Liebe zusammengefasst – in dem Gebot zur Gottesliebe und zur Menschenliebe. Dieses Doppelgebot der Liebe finde im Gleichnis vom Endgericht eine ganz besondere theologische Zuspitzung, unterstrich der 62-jährige Theologe, der auch amtierender Vorsitzender des Rates der EKD ist: „Der Gottessohn – nach unserem trinitarischen Glauben also Gott selbst – identifiziert sich mit den geringsten unserer Schwestern und Brüder: mit den Hungernden und Dürstenden, mit den Fremden und Entblößten, mit den Kranken und den Gefangenen. Deshalb gilt: Wer sich den Menschen in Not entzieht, der entzieht sich Gott!“

Nur wer in seinem irdischen Leben an seinen Not leidenden Schwestern und Brüdern Barmherzigkeit geübt und Liebe getan habe, entgehe im Weltgericht dem Machtbereich des Todes. Dies sei die verstörende und gleichzeitig ermutigende Botschaft: die radikale Verkürzung der Entscheidung über Heil und Unheil auf das barmherzige Verhalten gegenüber den Bedürftigen lasse Kirchenzugehörigkeit und kirchliche Dogmatik völlig in den Hintergrund treten. Gleichzeitig begründe der Richterspruch Christi eine praktische Gotteskindschaft, die die Grenzen der Kirchen, Konfessionen, „ja sogar der Religionen“ überschreitet.

„Es ist schwer, aber stellen wir die Exklusivitätsansprüche unserer theologischen Erkenntnisse und unserer Kirchen einmal zurück und lassen wir uns von diesem Gleichnis zu dem Entscheidenden rufen, zu Jesus Christus, der uns in der Gestalt der Bedürftigen begegnen will“, so Präses Nikolaus Schneider in München abschließend.

 

Hinweis: Anhängend finden Sie das Manuskript der Bibelarbeit (für den Part des Präses) zu Ihrer Verwendung. Bitte beachten Sie die Sperrfrist und den Wortlautvorbehalt!

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 17. Mai 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 17. Mai 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

München / EKiR-Pressestelle / 17.05.2010



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