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Eigelstein-Viertel Wohnumfeld und Nachbarschaft wie hier im Kölner Eigelstein-Viertel sehen sehr unterschiedlich aus. Um dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel gerecht zu werden, bedarf es vieler Impulse.

Gesellschaft im Wandel

Leben, Wohnen und Arbeiten im Quartier

Wie wollen Menschen künftig im Alter leben? Wie muss das Wohnumfeld aussehen? Was muss sich ändern? Das Evangelische Zentrum für Quartiersentwicklung stellt Fragen und sucht mit Fachleuten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern nach Lösungen. In Fortbildungen können Interessierte praktisches und theoretisches Wissen erwerben.

„Der demografische und der gesellschaftliche Wandel findet in den Quartieren statt“, sagt Karin Nell, Referentin beim Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein (EEB) und beim Zentrum für Quartiersentwicklung in Düsseldorf. Ein Großteil der Herausforderungen könne nur dort gelöst werden. Jetzt komme die Zeit, in denen verstärkt Männer und Frauen in den Ruhestand gingen, die kinderlos sind oder deren Töchter und Söhne nicht am Ort wohnen. Das fordere dazu auf, neue Ideen zu entwickeln und Nachhaltigkeit anders zu verstehen als bisher.

Verantwortung für das Miteinander

Das Evangelische Zentrum für Quartiersentwicklung ist eine gemeinsame Einrichtung der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und des EEB-Nordrhein. Mit dem Zentrum soll der Wandel sinnvoll gestaltet werden. Zum Wandel gehören auch andere Erfahrungen der kommenden älteren Generation. „Diese Generation ist bereits mit Mitbestimmung groß geworden“, erläutert Diplom-Pädagogin Nell.

Nach Ansicht der Projektverantwortlichen reicht es daher in Zukunft nicht aus, mehr Menschen für mehr ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen. Vielmehr geht es um, eine völlig neue Grundhaltung zum zivilgesellschaftlichen Engagement zu entwickeln. Die Lebensqualität kann danach nur erhalten bleiben, wenn Menschen aller Generationen, Kulturen und Milieus aktiv an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens beteiligt sind. Man will die Bürgerinnen und Bürger motivieren, Verantwortung für das Miteinander in Nachbarschaft und im Wohnumfeld zu übernehmen.

Bundesweit entwickeln sich zurzeit Netzwerke zum Thema Quartiersentwicklung. Einige sprechen auch von „Quartiersmanagement“. Klassische Begriffe wie „Nachbarschaftsarbeit“ und „Gemeinwesenarbeit“ beschreiben für Karin Nell die Aufgaben im kirchlichen Umfeld aber genauso. „Alle profitieren in Netzwerken von guten Ideen“, erläutert die Referentin den gemeinsamen Ansatz.

Ein "Heinzelwerk", Ateliers und Wohnschulen

Inzwischen gibt es im Rheinland eine Reihe von beispielhaften Projekten. In Mülheim-Saarn haben aktive Bürgerinnen und Bürger das „Heinzelwerk“ aufgebaut, einen freiwilligen Handwerkerdienst für bedürftige Menschen. In Düsseldorf sind in einer Kunstschule, einem Museum, einer Grundschule und einer Kirchengemeinde Ateliers entstanden. Stadtteilbewohnerinnen und –bewohner erarbeiten dort Ideen für soziale und kulturelle Projekte, begleitet von Künstlerinnen und Künstlern sowie Fachleuten aus der Kultur- und Sozialarbeit.

Die Wohnschule in Köln baut einen Lernort für alle Fragen rund ums Wohnen auf. Beteiligt sind aktive Bürgerinnen und Bürger, Fachleute aus der Erwachsenenbildung, der Wohnungswirtschaft, der kommunalen Verwaltung, der Sozialwissenschaften sowie der kulturellen und sozialen Arbeit. Entstanden ist ein Wohn-Café, es gibt Seminare zur Vorbereitung auf das Wohnen im Alter und einen Wohn-Stammtisch. Geplant ist außerdem ein „Museum der Nachbarschaft“. Eine Wohnschule in Düsseldorf-Golzheim startet im August.

Langzeitfortbildung und Intensivseminar

Die neue Langzeitfortbildung „Innovative Konzepte der Quartiersentwicklung“ des Evangelischen Zentrums von Oktober 2016 bis November 2017 in Düsseldorf vermittelt theoretische und praktische Grundlagen. Teilnehmen können hauptamtlich Tätige aus den beteiligten Arbeitsfeldern und bürgerschaftlich Engagierte.

Zu Bestandteilen der Fortbildung gehören unter anderem Aspekte von Wohnen und Arbeit, Gesundheit und Pflege, Bildung und Kultur, Beteiligung und Kommunikation. Im Praxisteil werden Projekte konzipiert, die „generationengerecht, inklusiv und nachhaltig“ sind.

Ein Intensivseminar unter dem Titel „Keywork im Quartier“ wird vom 12. bis 16. September dieses Jahres in Düsseldorf angeboten. Darin geht es um Schlüsselkompetenzen und neue Verantwortungsrollen für Leben, Wohnen und Arbeiten im Quartier.

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ekir.de / rtm / Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via wikimedia.org) / 23.08.2016



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