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Die neue Lutherbibel stand im Mittelpunkt des Reformationsgottesdienstes im Landeskirchenamt. Die neue Lutherbibel stand im Mittelpunkt des Reformationsgottesdienstes im Landeskirchenamt.

Start ins Jubiläumsjahr

Mutig, ökumenisch, reformatorisch

Mit zentralen Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen ist am 31. Oktober in den evangelischen Kirchenkreisen des Rheinlandes das Gedenken an das 500. Jahr der Reformation gestartet. Predigerinnen und Prediger erneuerten die zentralen Ideen der Reformation und betonten ihre Aktualität auch heute.

Präses Rekowski predigte u.a. im Landeskirchenamt. Präses Rekowski predigte u.a. im Landeskirchenamt.

Ökumenische Verbundenheit demonstrierte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, am Reformationstag in Wuppertal. Dort predigte er in einem Gottesdienst, der in der evangelischen Gemarker Kirche begann und der nach einem kurzen Gang der Besucherinnen und Besucher in der nahegelegenen katholischen Kirche St. Antonius endete. „Die Zeiten der Selbstempfehlung unserer Kirchen auf Kosten der jeweiligen Schwesterkirche sollten vorbei sein. Als katholische und evangelische Kirche werden wir von der Gesellschaft gemeinsam in Haftung genommen“, lautete ein Kernsatz seiner Predigt.

In seiner Tischrede beim 4. Ratinger Reformationsmahl in der Evangelischen Stadtkirche betonte Präses Rekowski: „Martin Luther entwickelte keinen Masterplan zur Reform oder Rettung der Kirche, sondern er knüpfte an die existenziellen Fragen der Menschen an und stellte Christus, die Gnade Gottes, den Glauben und die Bibel in den Mittelpunkt seines Redens und Wirkens. Weil der Einzelne und die Kirche vom Wirken Christi leben, wird das Reformationsjubiläum auch ganz sicher nicht in neuen Aktions- oder Animationsprogrammen münden.“ Vielmehr gehe es darum, dass für die Menschen spürbar und verstehbar wird, dass Gott in Jesus Christus handelt.

Die rheinische Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene, nahm in ihrer Predigt vor rund 700 Gästen in der Kölner Trinitatiskirche das Leitwort „Weite wirkt“ der NRW-Landeskirchen im Themenjahr 2016 auf. Luther und die Reformation verband sie vor allem mit dem Gedanken, dass der Mensch Gottes Zuwendung nicht durch einen Ablasshandel erkaufen kann, sondern die Rechtfertigung des Menschen allein durch Gottes Gnade garantiert und gesichert ist.

Der Direktor des Pädagogisch-Theologischen Instituts der Evangelischen Kirche im Rheinland, Gotthard Fermor, warb in Bonn dafür, das Jubiläum vor allem als Gegenprogramm zu Aktivismus und Machertum zu predigen. „Lasst uns das spirituelle Potenzial der Reformation bedenken und neu entdecken“, sagte er bei der Bonner Reformationsfeier am Montagabend vor mehr als 1.000 Menschen in der Bonner Kreuzkirche am Kaiserplatz.

Im Reformationsgottesdienst in der Düsseldorfer Johanneskirche predigte Pfarrer Heinrich Fucks, Assessor und Leiter der Abteilung Verkündigung im Kirchenkreis, zum rheinischen Motto des Jubiläums „vergnügt, erlöst, befreit“, entnommen aus einem Psalmgedicht des rheinischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch (1925 bis 2005). „Die Kirche nach Gottes Geist und nach Christus ausrichten, das war das Anliegen Luthers und der Reformatoren und Reformatorinnen“, sagte Fucks.

Carina Gödecke, Landtagspräsidentin in Nordrhein-Westfalen, hat die evangelischen Christinnen und Christen vor mehr als 500 Besuchern im Katernberger „Bergmannsdom" in Essen dazu aufgefordert, die reformatorische Botschaft mutiger gegen die engen Grenzen des gesellschaftlichen Denkens und Handelns zu setzen: „Die reformatorische Verantwortung bleibt, unabhängig von der jeweiligen Zeit, aktuell, umfasst uns alle und fordert uns zum Handeln auf.“

Im Festgottesdienst zur Eröffnung des Reformationsjubiläums im Saarland in der evangelischen Stadtkirche in Homburg betonte Marianne Wagner, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz, die Rolle Luthers als Reformator. „Ich bin froh, dass wir das Reformationsjubiläum 2017 nicht als Heldenverehrung begehen, wie es in der Geschichte des Protestantismus immer wieder geschehen ist“, erklärte Wagner.

Die LKA-Gemeinde feiert zum Start des Jubiläumsjahrs. Die LKA-Gemeinde feiert zum Start des Jubiläumsjahrs.

"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" - über Psalm 119 predigte der Präses beim festlichen Gottesdienst im Landeskirchenamt am 2. November. Luther habe entdeckt, so der Präses: "Auch wenn das Leben manchmal ziemlich gnadenlos ist und manches, was ich erlebe, zum Fürchten ist: Ich habe einen gnädigen Gott." Rekowski erinnert an die sog. vier Soli - Christus, Gnade, Glaube und vor allem die Bibel. Schließlich wurde in dem Gottesdienst die revidierte neue Lutherbibel in Gebrauch genommen, den Mitarbeitenden des Hauses je ein Exemplar geschenkt.

Der Präses emfahl auch noch einmal das Motto, mit dem die rheinische Kirche ins Jubiläumsjahr gestartet ist, das Hüsch-Wort "Ich bin vergnügt, befreit, erlöst" Das zeige u.a., dass das Wort Gottes nicht nur zu wiederholen, sondern auch zu vergegenwärtigen sei. 

Außerdem hat das Landeskirchenamt seine Säle anlässlich des Reformationsjubiläums umbenannt. Statt der "originellen Bezeichnungen" mit Ziffern, wie Vizepräsident Dr. Johann Weusmann ironisch sagte, sind sie  nun nach den vier wichtigsten Reformatoren benannt. Jeder Saal hat eine grafisch gestaltete Tafel erhalten. Die Schilder enthalten zusätzlich zu den Namen zentrale Begriffe, die sich mit Luther, Calvin, Zwingli und Melanchthon verbinden. Martin Engels, Projektleiter für das Reformationsjubiläum, lud dazu ein, über die Reformatoren und ihr Wirken auch durch diese Umbenennnung ins Gespräch zu kommen.

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ekir.de / rtm / 02.11.2016



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