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Sonntagsruhe_Wandern Hier geht es lang: Beim Wandern achten die Linneper darauf, dass keiner verlorgen geht, zurückbleibt oder sich verletzt. So wie es in der Gemeinschaft einer Kirchengemeinde auch sein sollte.

#unserSonntag ist uns #heilig

Im Team durch die Natur

Der Sonntag gehört Gott, den Menschen und der Gemeinde. So ist die Evangelische Kirchengemeinde Linnep bei gemeinsamen Wanderungen unterwegs. Und das gibt den Menschen noch einmal einen neuen Blick auf ihre Gemeinschaft.

Die Strecken sollten abwechslungsreich sein, dann wandert man auf ihnen am liebsten, weiß Christa Windeler. „Die besten Wege sind die, die mal durch den Wald, dann neben Feldern und Wiesen und auch mal entlang der Wasserläufe führen“, sagt die Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde Linnep im Kirchenkreis Ratingen. Wenn sie und ihr Mann Jürgen Windeler die sonntäglichen Wandertouren für ihre Kirchengemeinde planen, dann legen die beiden daher Wert auf vielseitige Landschaften. „Wir wählen außerdem möglichst Rundwege mit angenehmen Boden, auf Asphalt gehen wir nur ungern“, erklärt Christa Windeler.

„Lasst den Sonntag in Ruhe“

Seit fünfeinhalb Jahren organisieren die Windelers die Wanderungen, zu denen sie ihre Gemeindemitglieder sonntags nach dem Gottesdienst einladen. „Wir haben bewusst den Sonntag gewählt, um gemeinsam freie Zeit in der Natur zu verbringen“, sagt Christa Windeler. Denn werktags stehe bei den meisten Menschen der Beruf im Fokus, der Samstag diene meist Erledigungen wie dem Einkaufen oder der Gartenarbeit. „Wir wünschen uns daher sehr, dass die Politik den Sonntag in Ruhe lässt und ihn nicht weiter fürs Einkaufen und Konsumieren freigibt“, betont sie.

Denn unterwegs bei den Wanderungen rückten die Menschen zusammen: „Auf den gemeinsamen Wegen kommt es häufiger vor, dass Menschen einander erzählen, in welch schwierigen Lebenssituationen sie waren oder sind, und wie sie damit umgehen.“ Es gebe einiges, das beim Gehen besprochen werde. „Es fällt manchmal leichter über schwere Momente zu sprechen, wenn man nebeneinander hergeht, und sich nicht gegenüber in die Augen blickt.“

Flüße, Seen und Erlenwälder

Meist sind es etwa zehn Wanderinnen und Wanderer, die gemeinsam eine Strecke von acht bis neun Kilometern zurücklegen. „Die Anfahrt mit dem Auto sollte nicht länger als eine halbe Stunde dauern, und auf dem Wanderweg planen wir meist einen Halt in einer Gaststätte ein“, berichtet Christa Windeler. Und so war die Gruppe bisher schon rund um Essen-Kettwig an den urwüchsigen Flussufern der Ruhr unterwegs, sie passierten die Quellbäche und den Erlenwald im Naturschutzgebiet Hangquellen bei Mülheim an der Ruhr oder streiften entlang der Duisburger Sechs-Seen-Platte.

Im Frühjahr, im Sommer und im Herbst gibt es jeweils solch eine gemeinsame Wanderung. „Die Wintertour haben wir irgendwann gestrichen, da wir sie oft wegen Schneebruch oder Sturm ausfallen lassen mussten“, erklärt Presbyterin Windeler.

Nebeneinander im Gespräch

Vor allem die Gemeindemitglieder im Alter zwischen 40 und 65 Jahren wollen sie und ihr Mann mit den Wanderungen ansprechen. „Für Jugendliche, Familien, Seniorinnen und Senioren gibt es unter der Woche bereits viele Gruppen und Angebote in unserer Gemeinde“, sagt Windeler. Für Berufstätige biete sich daher dieses sonntägliche Unterwegsein an.

Und unterwegs lernen die Linneper nicht nur ihre eigene Region mit anderen Augen kennen, sie nehmen dabei auch ihre Gemeinschaft noch einmal aus einem anderen Blickwinkel wahr: „Wir achten darauf, dass jeder und jede mitkommt und dass keiner zurückbleibt, wir schauen außerdem, dass sich niemand verläuft oder verletzt“, beschreibt Christa Windeler das Wandern im Team. Gehe es bergan, liefe der Einzelne mit dem ihm eigenen Tempo, das ihn am besten vorwärtsbringe. „Oben angekommen warten wir dann aufeinander.“ Und so solle es ja schließlich auch beim Miteinander in einer Kirchengemeinde sein.

Die Termine ihrer Wanderungen kündigt die Kirchengemeinde Linnep jeweils zeitnah auf ihrer Internetseite an. Informationen zu dem Angebot gibt es bei Christa und Jürgen Windeler unter Telefon 02102 1036990.

Weitere Beispiele wie Kirchengemeinden den Sonntag über den Gottesdienst hinaus als Tag miteinander gestalten, gab es in den letzten Wochen auf ekir.de (siehe Links).
Wie  Christinnen und Christen ihren Sonntag als Zeit des Miteinanders verbringen, erzählen sie in den sozialen Medien bei der Aktion #unserSonntag ist uns #heilig. Sie zeigen Gesicht und sagen, warum ihnen der Sonntag #heilig ist. Wie man als Einzelner und als Gruppe mitmachen kann, steht auf der Seite unsersonntag.ekir.de.
Die Social-Media-Aktion begleitet die Kritik der  Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland an den Plänen der NRW-Landesregierung, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von bislang vier auf acht zu verdoppeln. In einem Antrag an die Landessynode, die ab heute in Bad Neuenahr tagt, nennt sie das Vorhaben der CDU/FDP-Koalition „ein fatales Signal“.

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ekir.de / Text: Sabine Eisenhauer, Foto: Christa Windeler / 17.01.2018



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