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Verbunden bei der Prozession im Rahmen der Heiligtumsfahrt 2014 in Aachen: Bischof Mussinghoff und Präses Rekowski (3. und 4.v.l.). Verbunden bei der Prozession im Rahmen der Heiligtumsfahrt 2014 in Aachen: Bischof Mussinghoff und Präses Rekowski (3. und 4.v.l.).

Bistum Aachen

Rücktritt eines ökumenisch engagierten Bischofs

Als Menschen mit großem ökumenischem Engagement hat Präses Manfred Rekowski den zurückgetretenen Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff gewürdigt. Von "sehr vertrauensvollen und positiven Erfahrungen" spricht Aachens Superintendent Hans-Peter Bruckhoff.

Heinrich Mussinghoff ist nicht mehr Bischof von Aachen. Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch Mussinghoffs mit sofortiger Wirkung angenommen, wie das Bistum am Dienstag in Aachen mitteilte. Damit ist der Aachener Bischofsstuhl ab sofort vakant. Mussinghoff war im Oktober 75 Jahre alt geworden. Mit Erreichen dieser Altersgrenze sind die katholischen Bischöfe verpflichtet, dem Papst ihren Amtsverzicht anzubieten.

Superintendent Bruckhoff erklärte weiter: "Heinrich Mussinghoff war ein geistlicher Bischof." Er denke  besonders an viele gute persönliche Begegnungen und Gespräche, für die sich Bischof Mussinghoff immer Zeit genommen habe. Außerdem schätze er seinen weiten theologischen Horizont. Er sei ein Gesprächspartner, "der die Anliegen und Traditionen der anderen Konfessionen und auch die Unterschiede innerhalb des Protestantismus sehr gut kennt und daher weiß, wo das Herz beim jeweiligen Gegenüber schlägt".

Mussinghoff habe außerdem als Hirte in Gesellschaft und Politik hinein gewirkt, insbesondere im Blick auf gemeinsame kirchliche Anliegen der Flüchtlingsarbeit, der Solidarität mit den Arbeitslosen, der sozialen Frage, des Kontaktes und der Gespräche mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppen und Interessensvertretern. 

Mussinghoff stand seit mehr als 20 Jahren an der Spitze des Bistums mit rund 1,1 Millionen Katholiken. Der emeritierte Bischof wird am 20. Dezember mit einem Pontifikalamt im Aachener Dom verabschiedet. "Es waren gute Jahre, aber sie waren nicht ohne große Herausforderungen", erklärte Mussinghoff. In seinem Leben als Priester und Bischof sei es ihm wichtig gewesen, in der Treue zum Evangelium in der Kirche und durch die Kirche "Menschen zu ermutigen, Christus kennenzulernen, Freundschaft mit ihm zu schließen und ihrerseits den Aufbruch in eine große Zukunft zu wagen".

Mussinghoff wurde 1940 im westfälischen Osterwick geboren und studierte Philosophie und katholische Theologie in Münster und in Freiburg im Breisgau. 1968 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1980 gehörte Mussinghoff zum Münsteraner Domkapitel, war mehrere Jahre Leiter des Kirchlichen Gerichts in Münster und wurde 1990 dort Dompropst. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1994 zum Bischof von Aachen. Von 1999 bis 2011 war Mussinghoff stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Seit 2006 leitete er in der Ökumenekommission der Bischofskonferenz die Unterkommission zu Fragen des Judentums.

Nach dem Kirchenrecht übernimmt nun Weihbischof Karl Borsch als dienstältester Weihbischof zunächst die Leitung des Bistums. Sobald das Domkapitel einen Diözesanadministrator gewählt hat, wird dieser dann so lange die Geschicke des Bistums leiten, bis der neue Bischof sein Amt antritt. Für die Wahl reicht das Domkapitel eine Kandidatenliste über die Apostolische Nuntiatur in Berlin beim Vatikan ein. Der Papst legt dann eine Liste mit drei Kandidaten vor, zwischen denen das Domkapitel auswählen kann. Gewählt ist der Kandidat, der im ersten Wahlgang, spätestens im zweiten, die absolute Mehrheit erhalten hat. Papst Franziskus ernennt dann den Bischof.

Der Diözesanrat der Katholiken des Bistums hat eine Internet-Aktion zur Bischofswahl gestartet. Auf der Internetseite "www.neuer-bischof-fuer-aachen.de" sind Gemeindemitglieder im Aachener Bistum aufgerufen, ihre Erwartungen an den künftigen Bischof zu schreiben. Konstruktive Beiträge würden nach kurzer Prüfung freigeschaltet, erklärte der Diözesanrat. Dabei sollen keine Namen von Kandidaten, sondern wichtige Eigenschaften genannt werden.

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epd-West, ekir.de / cb, neu / 08.12.2015



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