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Die drei Preisträger Azarias, Hery et Theophilus mit rheinischen Gästen (hinten v.r.), Vizepräsident Johann Weusmann, Achim Schwabe (EKiR) und Karin Asboe von der Diakonie RWL. Foto: Archiv Lumbela Azarias Zacarias, Rakontonirina Mandimbihery Anjaralova und Balorbey Theophilus Oklu mit den Gästen Vizepräsident Dr. Johann Weusmann und Achim Schwabe von der rheinischen Kirche sowie Karin Asboe (Diakonie RWL).

Auszeichnung am 1. September

Aachener Friedenspreis für Flüchtlingshelfer in Marokko

Für ihren ehrenamtlichen Einsatz für Flüchtlinge, die im marokkanischen Oujda gestrandet sind, werden drei afrikanische Studenten mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Sie versorgen die oft völlig entkräfteten und traumatisierten Menschen mit dem Nötigsten.

Geehrt werden Rakotonirina Mandimbihery Anjaralova aus Madagaskar, Lumbela Azarias Zacarias aus Mosambik und Balorbey Théophilius Oklu aus Ghana. Ihre Flüchtlingshilfe, zumeist in illegalen Flüchtlingslagern, geschieht im Namen des diakonischen Arms der Evangelischen Kirche von Marokko. "Diese Studenten zeigen deutlich Solidarität mit denen, deren Not zu einem großen Teil durch die Verteidigung unseres Wohlstandes entstanden ist", heißt es in der Begründung der Preisvergabe. Der Staat Marokko bemühe sich mit Unterstützung der EU um eine Abschreckung der Flüchtlinge, die meist aus Ländern südlich der Sahara kommen und versuchen, über Oujda in die spanische Exklave Melilla zu gelangen.

Der Aachener Friedenspreis, der am Antikriegstag, dem 1. September, überreicht werden wird, richtet in diesem Jahr auch ansonsten den Blick auf Afrika. Neben den Flüchtlingshelfern in Marokko werden der Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga, und Imam Kobine Layam aus der Zentralafrikanischen Republik ausgezeichnet. "Wir ehren sowohl eine Initiative, die sich der Menschen annimmt, die der Hoffnungslosigkeit der Heimat entfliehen wollen, als auch eine Freundschaft, die dazu beträgt, die Hoffnungslosigkeit in der afrikanischen Heimat selbst zu überwinden", heißt es in einer Erklärung des Vereins "Aachener Friedenspreis". Der Preis ist mit je 1.000 Euro dotiert. 

Verletzung der Menschenrechte im Namen Europas

Der Preis für die drei Studenten helfe, Europa ins Bewusstsein zu rufen, wie in dem nordafrikanischen Land Menschenrechte im Namen Europas verletzt werden, sagt Achim Schwabe, stellvertretendes Kirchenleitungsmitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland und in der Flüchtlingsarbeit in Marokko über die Partnerschaft des Kirchenkreises Jülich mit der Evangelischen Kirche von Marokko engagiert.

Die Arbeit der drei Studenten sei nur dank des Dachs der evangelischen Kirche möglich, das gebe ihnen eine gewisse Sicherheit, so Schwabe. Die Hilfe für die Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika sei angesichts der mafiösen Strukturen im Grenzgebiet gefährlich, dabei drohten die Studenten "zwischen die Fronten zu geraten". Schwabe hofft, dass die drei Studenten zur Preisverleihung ein Einreisevisum für Deutschland erhalten.

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ekir.de / epd, neu / 11.05.2015



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