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Flüchtlinge

Flüchtlingsrat beklagt Stress durch unangekündigte Abschiebungen

Der Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen hat die geltende Abschiebungspraxis in Deutschland kritisiert. Abschiebungen würden meist nicht angekündigt und fänden in den frühen Morgenstunden statt, erklärte die Vorsitzende Birgit Naujoks am Montag in Bochum. 

"Allein diese Tatsache löst bei von Abschiebung bedrohten Personen eine ständige Alarmbereitschaft und enormen Stress aus." Der Flüchtlingsrat verwies auf einen Fall einer schwangeren Serbin in Monheim am Rhein, die der Minderheit der Roma angehört. Die Asylbewerberin habe vor ihrer drohenden Abschiebung die Behörden und behandelnden Ärzte mehrmals darauf hingewiesen, dass bei ihr eine Risikoschwangerschaft vorliege.

Weil darauf nicht reagiert worden sei, sei die Frau in Panik geraten, erklärte der Flüchtlingsrat. Später hatte sie den Angaben zufolge eine Fehlgeburt. Diese hätte vielleicht ohne den Stress durch die drohende Rückführung verhindert werden können, glaubt der Flüchtlingsrat. Ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Düsseldorf habe die Abschiebung in letzter Minute verhindert, erklärten die Flüchtlingsaktivisten weiter. Inzwischen sei die Frau aber erneut zur Ausreise aufgefordert worden mit der Begründung, dass ihre Schwangerschaft beendet sei.

Die Flüchtlingsrats-Vorsitzende Naujoks forderte, die Abschiebepraxis dringend zu überarbeiten. Dabei müssten humanitäre Aspekte, insbesondere die Schutzbedürftigkeit von Asylbewerbern, stärker berücksichtigt werden, sagte sie.

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epd / 29.06.2015



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