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Foto: Nicole Cronauge Stiftungsvorsitzende Annette Schavan mit den Preisträgerinnen und Preisträgern in der Altersgruppe über 18 Jahre aus Aachen.

Abschlussfest in Essen

„Der da am Kreuz hängt – er ist das Selfie von Gott“

Rund 1000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben am Freitag in Essen am Abschlussfest des Schüler- und Jugendwettbewerbs der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur teilgenommen. Das Motto des Wettbewerbs lautete „Selfie von Gott“. Rund 10.000 Kinder und Jugendliche beteiligten sich mit 1.200 Beiträgen.

In den Beiträgen setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Bildern von Gott aus der Bibel auseinander – so zum Beispiel in der Bildmontage des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Stadtlohn. Seite für Seite wird aufgeschlagen, mit eigenen Illustrationen und Videokommentaren der Jugendlichen zu Bibelstellen. Oder im Rap „Selfie von Gott“ des Europagymnasiums aus Kerpen, in dem es heißt: „Der da am Kreuz hängt – er ist das Selfie von Gott.“

"Arbeit, Freude und Kreativität" im Wettbewerb

Die Preise überreichten NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, Weihbischof Wilhelm Zimmermann vom Bistum Essen, Oberkirchenrat Klaus Eberl von der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie die Vorsitzende der ökumenischen Stiftung und Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. „Arbeit, Freude und Kreativität zeigt dieser Schülerwettbewerb eindrucksvoll“, so Frau Schavan in der „Lichtburg“ in Essen. Schulministerin Löhrmann sagte zu den rund tausend Gästen: „Dass sich so viele Menschen mit existentiellen Fragen auseinandersetzen, darauf können wir stolz sein!“

Klaus Eberl, Leiter der Abteilung für Bildung bei der rheinischen Kirche, ließ es sich nicht nehmen, mit seinem Handy von sich und den von ihm ausgezeichneten Preisträgern ein eigenes Foto zu machen. Er konnte dem Thema aber auch theologisch einiges abgewinnen: „Wir können nur etwas vom Glauben verstehen, wenn wir uns bei Bildern bedienen“, sagte Eberl. Außerdem sei jeder Mensch ein Bild Gottes, betonte der Theologe und wandte sich an die Kinder und Jugendlichen: „Ihr seid alle Bilder Gottes – und ihr seid alle wunderbar!“

Erster Preis für Oberstufenklassen aus Aachen

Die Oberstufenklassen der Höheren Handelsschule des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung Aachen haben den ersten Preis in der Altersgruppe „über 18 Jahre“ gewonnen. Ihr Beitrag unter dem Titel „Die leuchtenden Farben Gottes“ besteht aus vier großformatigen Farbtafeln, die wie bei einem Fenster aus verschiedenen einzelnen Feldern zusammengesetzt sind. Jede Farbtafel ist ein individueller Beitrag zum Gesamtkunstwerk.

Im Religionsunterricht haben die Schülerinnen und Schüler aus den drei Oberstufenklassen der Höheren Handelsschule mit der katholischen Lehrerin Birgit Schüller und der evangelischen Lehrkraft Pfarrerin Folke Keden-Obrikat sich zunächst mit ihren persönlichen Gottesvorstellungen auseinandergesetzt, um dann in der religiösen Tradition zu erkunden, was dort im Sinne eines „Selfie von Gott“ zu entdecken ist.

Schavan hob im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs den besonderen Charakter des Siegerbeitrages heraus und zeigte sich angetan davon, dass hier christliche, muslimische, buddhistische und religionsungebundene Schüler und Schülerinnen mit Wurzeln in vielen Ländern ein vielfältiges, gemeinsames „Selfie von Gott“ gestaltet haben.

Der Bibelwettbewerb unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wurde in Kooperation mit dem Schulministerium, den evangelischen Landeskirchen und katholischen (Erz)Bistümern sowie den Bibelgesellschaften in Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Für die Teilnahme am Wettbewerb haben die Veranstalter auf der Website www.selfievongott.de geworben. Um allen Schulformen eine Beteiligung zu ermöglichen, wurden dort das Motto und die Wettbewerbsbedingungen auch in Leichter Sprache erläutert.

Eine Urkunde für alle Teilnehmenden

Eine Jury begutachtete im Bibelzentrum Wuppertal die Arbeiten und wählte in vier Altersgruppen jeweils drei Preisträger aus. Kriterien waren unter anderem die Intensität der Auseinandersetzung mit den biblischen Inhalten, das Einbeziehen heutiger Erfahrungen und die kreative Umsetzung. Zu den eingereichten Beiträgen gehörten Bilder, Collagen, Fotobücher, Videoclips, Skulpturen, Spiele und Lieder. Alle Teilnehmenden erhielten eine Urkunde.

Die Stiftung Bibel und Kultur wurde 1987 gegründet, vergibt einen Stiftungspreis, einen Förderpreis, spricht Ehrungen aus und veranstaltet seit 1993 die Schülerwettbewerbe „Bibel heute“ in wechselnden Bundesländern. Nach Ansicht der Stiftung sind verlässliche Werte für ein Zusammenleben unverzichtbar. Die Bibel habe durch die Jahrhunderte hindurch die Fundamente gelegt für Demokratie, Menschenwürde und den Schutz der Schwachen. Für jede Generation lohne sich die Beschäftigung mit der Bibel neu, da sie Orientierung gibt und den großen Reichtum an Erfahrungen des Menschen mit Gott entfaltet. Die Bibel helfe außerdem, die Grundlagen der Kultur zu verstehen.

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ekir.de / rtm / Foto: Nicole Cronauge / 09.04.2016



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