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Tochter Zion "Tochter Zion, freue dich" aus "Liederkranz für Sonntags-Schulen und Jugend-Vereine", St. Louis 1898

14. Dezember 2015

„Tochter Zion“

Manch verschlungene Wege legt ein Lied zurück, bis es in der Kirche gesungen wird. Das adventliche „Tochter Zion“ ist dafür ein Beispiel. Hier zündete zuerst die mitreißende Musik Georg Friedrich Händels, erst viel später folgte der geistliche Text.

Der in Großbritannien zu Ruhm und Ehren gelangte Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs verwertete seine Melodie gleich mehrfach, so auch in seinem Werk über den jüdischen Freiheitskämpfer Judas Maccabäus aus dem Jahr 1751. Es wurde zum musikalischen Hymnus auf einen Sieg der britischen Krone im Kampf gegen die Jakobiten 1746. Noch heute sind Spuren davon in der auch hierzulande beliebten „Last Night of the Proms“ zu hören. In Deutschland wurde das Oratorium erst 40 Jahre später aufgeführt, die Melodie verbreitete sich seither auch hier rasch.

Das bekannte Adventslied entstand jedoch erst in den 1820er Jahren, wurde dann allerdings äußerst populär und fand später durch Thomas Manns Buddenbrocks sogar Eingang in die Literatur. Der Theologe Friedrich Heinrich Ranke hatte den Text auf Händels Melodie in Anlehnung an einen Satz des Propheten Sacharja geschrieben: „Du Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, Jauchze!“

 

 

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ekir.de / Wikimedia Commons / 14.12.2015



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