EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

© Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Oliver Dietze Mumie und Sarg der Renpet-Nofret aus der 25. Dynastie (712 bis 655 vor Christus).

Völklingen

Die ägyptische Göttin Sachmet bewacht die Toten

Ins Reich der alten Ägypter entführt eine Ausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Im Mittelpunkt der Schau mit vielen kostbaren Originalen steht der Totenkult rund um Götter und Pharaonen.

Eine Göttin mit Löwenkopf, die Feuer speien kann, empfängt die Besucher. Die mehr als 2.300 Jahre alte Statue steht am Eingang der Ausstellung "Ägypten - Götter. Menschen. Pharaonen" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Dort bewacht die Göttin Sachmet sozusagen symbolisch die "Meisterwerke von unermesslichem Wert", wie Weltkulturerbe-Chef Meinrad-Maria Grewenig sagt. Sachmet besiegte nämlich einst die Feinde ihrer Mitgötter und der Könige.

250 Exponate werden bis zum 22. Februar 2015 in der Gebläsehalle des ehemaligen Stahlwerks präsentiert. Die teilweise mehr als 5.000 Jahre alten Ausstellungsstücke stellte das Museo Egizio in Turin, das nach einem Komplett-Umbau erst 2015 wiedereröffnet wird, zur Verfügung. Grewenig spricht von "einem Traum". Viele Stücke aus dem ältesten ägyptischen Museum der Welt seien erstmals in Deutschland zu sehen.

Prächtige Pharaonen-Gräber als "Wohnungen"

Bekanntlich spielte der Totenkult im alten Ägypten eine herausragende Rolle. Deshalb wird er in Völklingen in all seinen Facetten vorgestellt: Sarkophage mit Mumien, sogenannte Kanopenkrüge mit mumifizierten Organen oder Grabstelen mit Hieroglyphen geben einen Eindruck von den Vorstellungen der damaligen Menschen vom Jenseits, das seinerzeit als Fortsetzung des Lebens im Diesseits galt.

Dementsprechend prächtig und umfassend waren speziell die Pharaonen-Gräber als "Wohnungen" dieser Toten ausgestattet. Fein gearbeitete Beigaben wie Schmuck, Statuetten oder Gefäße, die allesamt vom handwerklichen Können der Ägypter zeugen, werden in Völklingen ebenso gezeigt wie komplett in ihre Einzelteile zerlegte Sarkophage mit Außensarg, Innensarg, Sargdeckel und Sargboden.

Zu den ausgefallenen Stücken zählen ein Katzensarg, eine Katzenmumie und ein Sarg mit einer Fischmumie, denn auch Tiere wurden im alten Ägypten verehrt. Anhand von liebevoll gefertigten Tempelmodellen aus dem 19. Jahrhundert können sich die Besucher einen Eindruck von Form und Ausmaß dieser Gebäude machen.

Exponate aus Kultur und Alltag

Es geht in der Schau aber teilweise auch sehr "lebendig" zu. Sie widmet sich ebenfalls der Schrift- und der Schminkkunst der Ägypter und präsentiert Exponate aus dem Alltagsleben wie eine hölzerne Kopfstütze oder jahrtausendealte Sandalen aus Hanf. Die Stütze diente dazu, den Kopf des Schlafenden kühl zu halten, - und um ihn vor den Gefahren der Erde wie Insekten zu schützen. Das Schuhwerk der alten Ägypter hatte eine solche Qualität, dass die Ausstellungsmacher aus Kostengründen darauf verzichtet haben, Reproduktionen als Souvenirs davon zu fertigen.

Ergänzt wird der historische Teil durch Arbeiten des Fotografen Helmut R. Schulze, die das heutige Ägypten sowie das Erbe der Pharaonenzeit in den dortigen Grabanlagen und Museen abbilden.

Weltkulturerbe-Chef Grewenig sagt, er würde gern so etwas wie eine neue "Ägyptomanie" beim Publikum entfachen, wie es sie im 19. Jahrhundert in Europa bereits einmal gab. Schließlich sei die Faszination für die Hochkultur des alten Ägyptens als älteste Hochkultur der Menschheit bis heute ungebrochen. Die Schau, die rund 1,7 Millionen Euro kostet, soll mindestens 100.000 Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten anlocken.

In dem Geldbetrag ist die laut Grewenig "gigantisch hohe Versicherungssumme" für die wertvollen Leihgaben übrigens nicht enthalten. Darüber wurde ebenso Stillschweigen vereinbart, wie über die Zahl der Sicherheitskräfte. Es sind allerdings ziemlich viele Personen, die über die wertvollen Schätze wachen. Denn allein auf die Macht von Göttin Sachmet mag sich heutzutage wohl niemand mehr verlassen.

Öffnungszeiten
im Sommer: täglich 10 bis 19 Uhr
im Winter: täglich 10 bis 18 Uhr

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 28. Juli 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 29. Juli 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / epd-West / Foto: © Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Oliver Dietze / 29.07.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.