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Sozialpolitischer Aschermittwoch der Kirchen

Mehr für die Bildung bis ins hohe Alter

Für deutlich höhere Investitionen in die Bildung hat sich der Heidelberger Altersforscher Andreas Kruse beim diesjährigen Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen in der Essener Auferstehungskirche stark gemacht.

Benachteiligung in der Bildung wirke sich bis ins Alter auf die Lebensqualität aus, sagte Kruse, der Direktor des Instituts für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und einer der Vordenker der „Gesellschaft des langen Lebens“ ist. Er zeigte unter dem Titel „Teilhabe, Gesundheit und Sinnerfüllung“ Perspektiven und Potentiale einer Gesellschaft im demografischen Umbruch auf.

Generationstandems in produktiven Unternehmen

Auch im höheren Alter sei Bildung noch ein wichtiges Ziel, seien Menschen doch bis zuletzt lernfähig. Eine Gesellschaft müsse auf diese Potentiale reagieren. So möchten immer mehr Menschen auch über die gesetzliche Altersgrenze hinaus arbeiten – so sie es selbst bestimmen können. Die Wirtschaft entdecke zunehmend die Chancen, die die Beschäftigung älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihnen bieten. Die Produktivität von Unternehmen sei dort am höchsten, wo jüngere und ältere Beschäftigte in Generationentandems zusammenarbeiten. Die reflektierten Erfahrungen der Älteren und die Kreativität der Jüngeren befruchteten sich gegenseitig.

Menschen wollten sich auch in einem höheren Alter am öffentlichen Leben beteiligen, sagte Kruse: „Der öffentliche Raum ist im Alter von entscheidender Bedeutung.“ Auch Hochbetagte wollten handeln, etwas für andere tun, in Kontakt treten und anerkannt werden. Eine Gesellschaft, die sich den Herausforderungen des Alters stelle, sehe daher nicht so sehr die Defizite und Verletzlichkeiten ihrer älteren Mitglieder, sondern gehe auf sie zu und frage sie: „Wie weit willst du etwas für die Gesellschaft leisten?“

Präses Rekowski: "Vielen wird ein dritter Lebensabschnitt geschenkt"

Die Potentiale und Fähigkeiten des Alters zu nutzen, ohne die Verletzlichkeiten älterer Menschen auszublenden, das fordere auch die Kirchen heraus, sagte Präses Manfred Rekowski in der Auferstehungskirche. „Wir setzen auch in der Kirche vielfach auf die Dynamik der Jugend.“ Viele neigten dazu, beim Älterwerden an den Verlust der Kräfte zu denken. Aber heute bestimme geistiges, körperliches und für viele auch wirtschaftliches Wohlergehen die Lebenszeit jenseits des Berufslebens. „Vielen wird ein dritter Lebensabschnitt geschenkt“, sagte Rekowski. „Der Ruhestand ist längst kein Ruhestand mehr.“

Zum Sozialpolitischen Aschermittwoch laden das Ruhrbistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland seit 1998 jährlich gemeinsam nach Essen ein. Dabei werden drängende Themen der Gesellschaft in einem liturgischen Rahmen aufgegriffen. In diesem Jahr wirkten der rheinische Präses Manfred Rekowski, Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck und der Superintendent des Kirchenkreises Essen, Irmenfried Mundt, mit.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 4. März 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 7. März 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / wb, Foto: mk / 05.03.2014



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