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Frauenhilfe Neben reformatorischen Grundsätzen stellt ein Arbeitsheft der rheinischen Frauenhilfe zwölf Frauen vor, die in Kirche und Gesellschaft viel bewegt haben.

Andachten

„Gut, ganz und schön“

Reformation braucht Kraft und Mut: Die Arbeitshilfe „Andachten 2017“ der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinand zeigt auf, wie sich Menschen ohne Angst und mit Ausdauer für Erneuerungen einsetzen – und bietet damit Impulse zum Nachdenken und eigenen Handeln.

Unterhalten sich zwei Freundinnen über die Gefräßigkeit: „Macht sie Spaß?“. „Ja!“. „Dann ist es Sünde“. Ganz so einfach lässt sich die Sünde dann aber doch nicht definieren, führt Autorin Sabine Behring in ihrem Beitrag zum Heft „Andachten 2017“ der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland weiter aus. Denn, so zitiert sie Paulus' Beschreibung der Sünde aus dem Römerbrief im Neuen Testament: „Ich tue nicht, was ich will, sondern das, was ich hasse.“ In ihrer Andacht für diesen Februar weist die Theologin auf den Glaube an die Gnade Gottes als Befreiung aus dieser Misere hin – ein reformatorischer Grundsatz, der sich durch die gesamte Broschüre zieht.

Für die Schwachen und Ausgestoßenen

„Reformation – Kraft und Mut zur Erneuerung“, lautet der Untertitel des diesjährigen Materialhefts der rheinischen Frauenhilfe. Daran mitgewirkt haben zwanzig Autorinnen und drei Autoren, zu ihren insgesamt 24 Andachten gibt es jeweils Gebete und Liedvorschläge. Die Materialien können bei Gruppentreffen und in Gottesdiensten eingesetzt werden, sie bieten ebenso Stoff für das persönliche Nachdenken und Besinnen.

Das Andachtsheft nimmt ergänzend zu den reformatorischen Grundsätzen in jedem Monat eine Frau in den Blick, die in Kirche und Gesellschaft viel bewegt hat. „Denn die Geschichte der Reformation ist auch die Geschichte von mutigen Frauen“, schreiben in ihrem gemeinsamen Vorwort Dagmar Müller, Leitende Pfarrerin der rheinischen Frauenhilfe, und Öffentlichkeitsreferentin Christine Kucharski. Neben der prominenten Katharina von Bora ist das zum Beispiel die eher unbekannte Katharina Zell aus Straßburg, die im 16. Jahrhundert im Pfarrhaus ihres Mannes viele Flüchtlinge aufnahm und Begräbnisreden für Ausgestoßene hielt.

Wider die Selbstoptimierung

Auch das Wirken zeitgenössischer Reformatorinnen wie das der Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel ist Thema des Arbeitshefts. „Ich bin gut, ich bin ganz, ich bin schön“, diesen erlösenden und befreienden Grundsatz der Feministischen Theologie hatte sie in den 80er Jahren verkündet. Sie widersetzte sich damit schon damals der heute zum Kult gewordenen Selbstoptimierung. Der Theologin widmet sich die Andacht für den kommenden April.

Reformation setzt Kraft und Mut voraus. Das Andachtsheft zeigt daher auf, wie sich Menschen ohne Angst und mit viel Energie für Veränderungen eingesetzt haben. Damit bieten die Autorinnen und Autoren viele geistliche Impulse für Gruppengespräche und Reflexionen über das, was Christinnen und Christen heute Kraft und Mut gibt, um die Kirche immer wieder zu erneuern.

„Andachten 2017, Reformation – Kraft und Mut zur Erneuerung“, 24 Andachten fürs Kirchenjahr, Herausgeberin: Evangelische Frauenhilfe im Rheinland e.V., 10 Euro, für Mitglieder 6 Euro, online bestellbar. 

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ekir.de / Text und Foto: Sabine Eisenhauer / 31.01.2017



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