Architekturpreis

"Gebaute Visitenkarten" ausgezeichnet

Die Juryvorsitzende ist "sehr beeindruckt" von den Projekten einer offenen kommunikativen Kirche, der Präses lobt "Steine, die sprechen". Die Rede ist von preisgekrönten rheinischen Bauprojekten.

Wow-Effekt: Der Juryvorsitzende Prof. Johannes Kister bei der Verleihung des ersten Architekturpreises der rheinischen Kirche. LupeWow-Effekt: Der Juryvorsitzende Prof. Johannes Kister bei der Verleihung des ersten Architekturpreises der rheinischen Kirche.

Mit dem ersten Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) wurden fünf Projekte ausgezeichnet. Den ersten Preis in der Kategorie „Gemeindehaus“ erhielt der Neubau des Gemeindezentrums in Düsseldorf-Gerresheim. Mit dem Preis für die künstlerische Gestaltung wurden die neuen Prinzipalstücke im Tersteegenhaus in Köln-Klettenberg prämiert. In der Kategorie „Kirchenraum“ fiel die Wahl der Fachjury auf die Kirche in Baumholder und die Jesus-Christus-Kirche in Duisburg.

Sowohl die Gemeinden als Bauherrinnen als auch die beteiligte Architekturbüros erhielten Urkunden über den undotierten Preis. Mit 3000 Euro dotiert ist der Sonderpreis der Wilhelm-Schrader-Stiftung, mit dem bei der Feierstunde im Düsseldorfer Landeskirchenamt das Glockenhaus der Friedenskirche in Ratingen ausgezeichnet wurde.

Präses Nikolaus Schneider bei der Verleihung des Architekturpreises. LupePräses Nikolaus Schneider bei der Verleihung des Architekturpreises.

Bei der Verleihung des Architekturpreises betonte Präses Nikolaus Schneider, dass das Evangelium die Welt gestalten will, dass Kirchen im öffentlichen Raum kommunizieren, Orientierung geben. Der Präses dankte den Architektinnen und Architekten ebenso wie den Kirchengemeinden für diese Form der öffentlichen Verkündigung. Mehr als vierzig Gemeinden hatten sich mit Projekten an dem erstmals ausgeschriebenen Architekturwettbewerb beteiligt.

Bauen ist Gemeindeentwicklung: Baudezernentin Gudrun Gotthardt begrüßt zur Verleihung des ersten rheinischen Architekturpreises. LupeBauen ist Gemeindeentwicklung: Baudezernentin Gudrun Gotthardt begrüßt zur Verleihung des ersten rheinischen Architekturpreises.

„Die positive Resonanz auf den Preis zeigt auch, dass in den Kirchengemeinden ein hohes Maß an Bewusstsein für die Bedeutung einer ,gebauten Visitenkarte’ vorhanden ist“, sagte Landeskirchenrätin Gudrun Gotthardt, Leitende Dezernentin des Baudezernats, in ihrer Begrüßung. Sie hoffe, dass durch diese Preisverleihung auch anderen Gemeinden und Kirchenkreisen Mut gemacht werde, den manchmal mühsameren Weg guter Planung, vor allem durch die Vorschaltung von Wettbewerben, ebenfalls zu gehen. Insgesamt sei sie beeindruckt von der hohen Qualität der eingereichten Arbeit.

„Wir hören immer viel zu schnell die Aussage: ,In Steine sollen wir investieren statt in Menschen?’. Aber das ist doch gar nicht die Alternative, die sich stellt. Die Steine sind natürlich kein Selbstzweck für eine Gemeinde“, so Landeskirchenrätin Gotthardt. „Aber es ist doch unbestritten, dass für die Gemeindearbeit einladende, freundliche und funktionale, auch spirituelle Orte notwendig und hilfreich sind." Wenn es gelingt, für die speziellen Anforderungen eines bestimmten Gemeindeprofils die passende Gebäudehülle zu schaffen, profitiere das Gemeindeleben, profitieren die Menschen in der Gemeinde.

So manche Aktivität habe dadurch noch einmal einen neuen Schwung erlebt. Für die Bau-Chefin ist klar: "Bauen ist Gemeindeentwicklung." Gerade angesichts knapper werdender Ressourcen sei es umso wichtiger, dass die wenigen verbleibenden Gebäude evangelisches Profil und Identität ausstrahlen.

Gastfreundliche Kirchen

Prof. Johannes Kister, der Vorsitzende der Jury, die 13 Projekte in die engere Wahl gezogen und dann die fünf Gewinner ausgewählt hat, berichtete, dass die Rundfahrt der Jury zu den 13 Projekten etwas ganz Besonderes gewesen sei. "Was wir an Offenheit und Gastfreundschaft im Sinne einer kommunikativen Kirche gesehen haben, hat mich sehr sehr beeindruckt."

Und so fanden bei der Übergabe auch folgende Projekte Erwähnung: das Gemeindezentrum Meerbusch, das Wohn- und Gemeindehaus in Köln-Ehrenfeld und das Gemeindehaus Dinslaken in der Kategorie Gemeindehaus, die Kirchenfenster in Saarlouis, die künstlerische Ausstattung der Matthäi-Kirche Düsseldorf, die Verglasung der Kirche in Duisburg-Mittelmeiderich sowie der Altarraum der Luther-Kirche in Düsseldorf für die Kategorie Künstlerische Ausstattung, sowie für ihre Umgestaltung die Kleine Kirche Kleve und die Düsseldorfer Johanneskirche.

Alle eingereichten Projekte werden in einer Ausstellung im Foyer des Landeskirchenamtes, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, vorgestellt. Die Ausstellung ist dort bis zum 28. Januar 2013 während der Dienstzeiten zu sehen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 4. Dezember 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 6. Dezember 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu, Fotos Sergej Lepke / 04.12.2012



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