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Angekommen: Archivbestände im neue Magazin in Moers-Meerbeck. Untergebracht in der einstigen Johanneskirche: Archivmagazin in Meerbeck.

Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Teil des Gedächtnisses der Kirche umgezogen

Das neue Archivmagazin der Evangelischen Kirche im Rheinland ist eröffnet. Als „Luftröhrenschnitt“, der die Funktionsfähigkeit des zentralen Archivs im Düsseldorfer Landeskirchenamt sichert, bezeichnet Archivdirektor Dr. Stefan Flesch den Umbau der Johanneskirche in Moers-Meerbeck zu einem Speziallager für Archivgut. 

Sich im wahrsten Wortsinn im neuen Archivmagazin umsehen: 360-Grad-Video

In rund einem Jahr wurde in den Bau aus den 1960er Jahren ein vierstöckiges stählernes Hochregalsystem eingezogen, das künftig 8.000 Regalmetern Archivalien Platz bietet. Im Januar wurden bereits 1.900 Meter Aktenordner und Archivkartons aus der Landeshauptstadt an den Niederrhein befördert. 160 der 600 landeskirchlichen Archivbestände gehen nach Moers. „Die Einrichtung ist auf Zukunft ausgelegt, eine strategische Reserve für die nächsten 30 Jahre“, betont Flesch.

Bei der Eröffnung des neuen Archivmagazins ging es mehrfach um die Umnutzung. "Eine Kirche ist städtebauliche Verkündigung", sagte Präses Manfred Rekowski. Er freut sich über diese "intelligente Umnutzung".

Kirche bleibt im Dorf

"Wo Kirche draufsteht, sollte auch Kirche drin sein", meint die Leitende Landeskirchenbaudirektorin und Leiterin des Dezernates 5.3 Bauen und Liegenschaften, Gudrun Gotthardt. Eine Kirchen-Umnutzung sei keine Patentlösung, sondern ein Glücksfall, wenn sie - wie hier in Moers-Meerbeck - gelinge.

"Das wichtige Signal ist: Die Kirche bleibt im Dorf." Das erklärte Ferdinand Isigkeit, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers, der im heutigen Archivmagazin Johanneskirche konfirmiert wurde.

Dass der "brennende Dornbusch", die bunte Verglasung über dem Eingang, in der Dunkelheit leuchtet, freut das Meerbecker Pfarrer-Ehepaar Barbara und Ulrich Weyand. Das großflächige Kunstwerk über dem Eingangsbereich der entwidmeten Kirche ist erhalten und wird nun abends von innen angestrahlt. "Ein Symbol, das bleibt."

Die Johanneskirche dient nun als neues Archivmagazin. Die Johanneskirche dient nun als neues Archivmagazin.

Verwaltungsakten, Vereinsarchive, Nachlässe

An der Bismarckstraße in Moers-Meerbeck lagert künftig eine bunte Mischung aus Verwaltungsakten des 20. Jahrhunderts, Akten landeskirchlicher Einrichtungen, aus Vereinsarchiven, Nachlässen und Sammlungen. „Bestände, die eher selten genutzt werden“, sagt Flesch. Denn die Außenstelle wird nur etwa einmal in der Woche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Düsseldorf angesteuert, ansonsten bleiben die Türen verschlossen.

1,4 Millionen Euro kostete der Umbau, der das Äußere der Johanneskirche unverändert ließ. „Inspiration haben wir uns unter anderem in Essen geholt“, sagt Flesch. Dort zog das Bistumsarchiv vor einigen Jahren in die ehemalige Christophorus-Kirche im Stadtteil Kray.

Durch Digitalisierung sei künftig zwar mit einem geringeren Papieranstieg zu rechnen. Eine Ersatzdigitalisierung sei jedoch ein beachtlicher Kostenfaktor. Zur Veranschaulichung: Allein ein Regalmeter fasst rund 10.000 Blätter. „Für die nächsten Jahre rechnet sich das nicht.“

Die Kirchenfenster spenden weiterhin ein farbenfrohes Licht. Die Kirchenfenster spenden weiterhin ein farbenfrohes Licht.

Höchste Regalebene fast zehn Meter über dem Kirchboden

Mehr als fünfzig Jahre lang war die Johanneskirche in Moers-Meerbeck ein Ort für Gottesdienste und Gemeindeleben. Nachdem die Gemeinde die Kirche aus Kostengründen aufgeben musste, beheimatet sie nun einen Teil des „Gedächtnisses“ der rheinischen Kirche.

Der trapezförmige Bau hat eine Größe von rund 400 Quadratmetern. Die höchste Regalebene liegt 9,80 Meter über dem Kirchboden.

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ekir.de / Cornelia Breuer-Iff, Fotos Tatjana Klein, Bettina Kaiser / 02.02.2017



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