"Da brauchten wir nicht viel Sprache"
Jugendliche aus dem Kirchenkreis Wied zu Besuch in West-Papua 2008
Schon seit 1983 gibt es eine Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Wied und dem Kirchenkreis Maybrat auf West-Papua. In deren Rahmen finden seit zehn Jahren regelmäßig Jugendbegegnungen statt. Vor zwei Jahren hatten sich deutsche Jugendliche auf den weiten Weg gemacht, jetzt folgt der Gegenbesuch. Dann ist auch Christina Voss wieder dabei. Die 20-Jährige war 2008 in Maybrat, in einem kleinen Dorf ohne Strom und Wasser, von Internet und Handy ganz zu schweigen.
„Eine komplett andere Kultur“, schildert sie. Dabei gehört die Offenheit der Menschen zu ihren schönsten Erinnerungen. „Egal, wem wir begegnet sind, immer sind die Menschen auf uns zugekommen, haben uns fröhlich angelacht.“ Auch Jugendleiterin Petra Zupp, die vor sieben Jahren zum ersten Mal in Maybrat war und seitdem bei dieser Jugendpartnerschaft aktiv ist, empfindet ähnlich. „Man hat das Gefühl, wenn man in Maybrat einfliegt, man kommt nach Hause.“
Gemeinsam Möbel schreinern, kochen und backen stand in West-Papua auf dem Programm. Zupp bezeichnet den Aufenthalt als „ein unvergessliches Erlebnis“, doch sie erinnert sich auch noch an „unangenehme Polizeipräsenz im Jugendcamp“, die zu nächtelangen Diskussionen führte. Der Begegnung der Jugendlichen hat das keinen Abbruch getan. Bei allen Unterschieden haben sie schnell gefunden, was sie verbindet: Spiel und Sport, Musik und Tanz, „Da brauchten wir nicht viel Sprache und haben uns direkt gut verstanden“, erklärt Voss.
Das bestätigt der Vorsitzende des Synodalausschusses für Mission und Ökumene des Kirchenkreises Wied, Pfarrer Jochen Trauthig. Er erinnert sich lächelnd an einen Superintendenten, der vergnügt mit den weit gereisten Gästen Memory gespielt hat. Auch Trauthig war schon in Maybrat und freut sich auf den Besuch aus West-Papua. Der Glaube verbinde über die Kontinente hinweg. „Das ist eine Basis, die trägt“, versichert er.
In diesem Jahr gehört Musik zu den Schwerpunkten im Programm des vierwöchigen Jugendaustauschs. Zuerst werden die indonesischen und deutschen Jugendlichen zwölf Tage gemeinsam auf der Nordsee segeln. Dabei bereiten sie auch die Produktion einer Musik-CD unter dem Titel „fair-eint“ vor. Das Ergebnis präsentieren sie in einem Abschlusskonzert (19. August).
Und in zwei Jahren, wenn Jugendliche aus dem Kirchenkreis Wied sich erneut auf den langen Weg nach West-Papua machen, würde Christina Voss gerne wieder mitfliegen. Aber sie weiß auch, „die Chance haben erst einmal andere verdient“.
Veranstaltungen im Rahmen des Jugendaustauschs
http://www.kirchenkreis-wied.de
Mehr Info über die Lage in West-Papua
http://www.westpapuanetz.de
ekir.de/Petra Siebert / 20.07.2010
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