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Stehen geblieben bei 8.15 Uhr: Uhr aus dem Museum of Peace Memorial Park in Hiroshima. Heute jährt sich der Tag der Atombombenabwürfe zum 70. Mal. Foto: Hiroshima museum watch 2009 07 19' by Zigomar - Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Co Stehen geblieben um 8.15 Uhr am 6. August 1945, dem Zeitpunkt der Atombombenabwürfe über Hiroshima. Foto: Hiroshima museum watch 2009 07 19 by Zigomar - Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

70 Jahre Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Da steht die Zeit still

Die Unterbarmer Hauptkirche und die Friedhofskirche in Wuppertal, die Citykirchen in Barmen und Elberfeld - sie alle sind am 70. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf die japanische Stadt Hiroshima geöffnet, laden zu Andacht und Gebet. Um 8.15 Uhr.

Zu dieser Uhrzeit ist die Zeit stehen geblieben. Die US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. August, auf Nagasaki am 9. August 1945 - sie kosteten 92.000 Menschen unmittelbar das Leben, weitere 130.000 binnen desselben Jahres (Wikipedia).

Das Thema Nuklearwaffen werde unterschätzt, erklärt der EKD-Ratsvorsitzende in einem epd-Interview. "Dass in Deutschland nach wie vor Atomwaffen lagern, weiß kaum noch jemand. Bei einer Zuspitzung der gegenwärtigen konventionell ausgetragenen Konflikte könnten Atomwaffen aber plötzlich sehr gefährlich werden", sagt der Theologe, der 70 Jahre nach Hiroshima das Ende der nuklearen Rüstung fordert. Er ist zurzeit mit einer Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Japan, trifft dort u.a. Überlebende des Atombombeneinsatzes.

Der Atomwaffensperrvertrag "darf nicht nur Papier sein", so Bedford-Strohm weiter. Atomwaffen einzusetzen, sei mit dem christlichen Glauben unvereinbar. "Wir Christen müssen klar Nein dazu sagen." Die nukleare Abrüstung müsse politisch klug eingefädelt werden, Vorleistungen seien sinnvoll.

Gefragt nach der Rolle bzw. den Einflussmöglichkeiten der Kirchen erklärt der bayerische Landesbischof, die Kirchen dürften ihre Möglichkeiten nicht überschätzen, könnten aber ihr internationales Netzwerk nutzen. "Sie sind der ideale Akteur einer weltweiten Zivilgesellschaft."

Kerzenaktion zum Hiroshima-Gedenken in Kastellaun am Vorabend des Jahrestags. Kerzenaktion zum Hiroshima-Gedenken in Kastellaun am Vorabend des Jahrestags.

Fastenaktion der Friedensbewegung in der Eifel

Noch bis 9. August, dem Nagasaki-Gedenktag, läuft die Fastenaktion von Mitgliedern der Friedensbewegung für eine atomwaffenfreie Welt am Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel. "Damit wollen wir ein deutliches Zeichen dafür setzen, sich an das Unrecht der Atomwaffen nicht zu gewöhnen", sagte der evangelische Pfarrer Matthias Engelke dem epd in Lobberich. Auf dem Stützpunkt vermutet die Friedensbewegung die letzten 20 in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen.

Das öffentliche Fasten vor dem Haupttor des Luftwaffenstützpunktes endet am Nagasaki-Gedenktag um 11.02 Uhr und damit zu dem Zeitpunkt, an dem in Nagasaki 1945 die zweite Atombombe abgeworfen wurde. Engelke hatte vor sechs Jahren angekündigt, dass er jedes Jahr einen Tag länger fasten werde, solange noch in Deutschland Atombomben lagern. In diesem Jahr dauert die Fastenaktion in der Eifel bereits zehn Tage. Auch in Frankreich, Großbritannien und Japan wollen sich Menschen an dieser Fastenaktion beteiligen, betonte der Pfarrer und Vorsitzende des deutschen Zweigs des Internationalen Versöhnungsbundes.

Mit seinem Fasten möchte Engelke nach eigenen Angaben die Soldaten in Büchel ermutigen, sich zu weigern, Atomwaffen einzusetzen. Darum werden während der Fastenaktion auch morgens entsprechende Flugzettel verteilt. Zum anderen gehe es ihm darum, öffentlich zu zeigen, dass die nukleare Teilhabe Deutschlands auf Widerspruch stoße und der Abzug der Atomwaffen aus Deutschland gefordert werde.

Andachten in Wuppertal, Solingen und Mülheim/Ruhr

Die Reformierte Kirche Ronsdorf und die Lutherkirche Ronsdorf, die Neue Kirche Sophienstraße und die Evangelische Kirche Vohwinkel, auch sie sind am 6. August um 8.15 Uhr geöffnet. Abends um 18 Uhr gibt es in der Evangelischen Kirche in Solingen-Wald eine Andacht anlässlich des Hiroshima-Tags.

Für Samstag, 8. August, 11 Uhr, laden der Kirchenkreis An der Ruhr und das Katholische Stadtdekanat Mülheim/Ruhr zum Ökumenischen Friedensgebet. Die Andacht beginnt auf dem Synagogenplatz. Ein Schweigemarsch führt dann zur Kirche St. Mariae Geburt, die dortige Andacht leitet u.a. der Mülheimer Superintendent. Hiroshima und Nagasaki sind die Synonyme für den Horror des (Atom-) Kriegs.

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ekir.de / epd, neu / 06.08.2015



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