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Ostern

Warum Christen an die Auferstehung glauben

An Ostern feiern Christinnen und Christen weltweit die Auferstehung Jesu von den Toten. Der Glaube an die Auferstehung ist das Fundament des Christentums - auch wenn er manchmal von Zweifeln begleitet wird.

Der Preußenkönig Friedrich der Große bekam eine Akte vorlegt, in der er der Amtsenthebung eines Pfarrers zustimmen sollte. Jener hatte zu Ostern gepredigt, er könne aus Vernunftgründen nicht an die Auferstehung der Toten am jüngsten Tag glauben. Der König soll die Eingabe abgewiesen haben mit den Worten: „Das ist ganz und gar seine Sache, wenn er nicht auferstehen will, dann soll er doch meinetwegen am Jüngsten Tag liegen bleiben.“

Der Preußenkönig war bekannt für seine Toleranz in geistlichen Dingen, sollte doch „jeder nach seiner Fasson selig werden“, so einer seiner Leitsätze. Uns Rheinländer mag diese Toleranz sympathisch sein und doch ist die Frage nach der Auferstehung eine Kernfrage des christlichen Glaubens. Denn der Glaube an die Auferstehung ist das Fundament unseres Glaubens. Denn nicht Weihnachten und das Kind in der Krippe sind Ausgangspunkt des Christentums, sondern Ostern und das leere Grab.

Die Seele wandert in den Himmel

„Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“, schärfte Paulus – anders als der Preußenkönig – der jungen Gemeinde in Korinth ein (1. Korinther 15, 14). Doch wie darf ich mir Auferstehung vorstellen? Die Menschheit hat in frommer Phantasie viele Bilder gemalt, die auch heute sehr präsent sind. Der Leib zerfällt und die Seele wandert in den Himmel, das scheint mit eines der geläufigsten. Doch wo ist der Himmel? Im Englischen gibt es immerhin die feingeistige Unterscheidung von sky (die Wolken über uns) und heaven (Gottes Bereich, der eben nicht räumlich festgelegt ist auf das blaue Firmament).

Zweifel an der Auferstehung haben Christen seit den ersten Tagen begleitet. Als kritische Anfrage von außen, wie als unsichere Position in den eigenen Reihen. Jeder Todesfall, jede Trauer, jede Erfahrung von Abschied ohne Wiederkehr ruft diesen Zweifel zumindest für einen Augenblick wieder auf. Die Bibel schweigt auffallend, wenn es darum geht, die Auferstehung auszumalen. Sie übernimmt bewusst auch nicht die philosophische Trennung der alten Griechen von Leib und Seele.

Christlich gesehen bleibt der Mensch über den Tod hinaus bei Gott als Person eher ein Ganzes. Die Frage nach der Auferstehung ist am Ende eine des Vertrauens. „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“, fragt Paulus (1. Korinther 15, 55). Und die Antwort ist dann nicht ein Bild vom Fahrstuhl in den Himmel, sondern das älteste und kürzeste Glaubensbekenntnis, das die Christenheit kennt: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“

Autor Joachim Gerhardt ist Pfarrer und leitet das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Bonn.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 16. April 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 16. April 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 16.04.2014



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