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Zeugnis des frühen Christentums und ältester Kölner Taufort: das Baptisterium unweite des Doms. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons) Zeugnis des frühen Christentums und ältester Kölner Taufort: das Baptisterium unweite des Doms. Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Frühchristliches Baptisterium

Band der Taufe stärkt

Das neu gestaltete Umfeld eines frühchristlichen Baptisteriums in Köln ist am Sonntag im Beisein von Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche sowie Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) eingeweiht worden. 

Der neue Vorraum an der Straße Am Domhof beziehungsweise am Dionysosbrunnen öffnet sich nach Osten durch ein Panoramafenster und wird durch ein Gitter aus Goldbronze geschützt, das in seiner Ornamentik den Grundriss des Taufbeckens aufgreift. Die Wände sind mit gefalzten Goldbronzeplatten verkleidet, die an die ehemaligen Vorhänge des frühchristlichen Baptisteriums erinnern sollen. Die Raumgestaltung wird durch eine Lichtinstallation des Künstlers Mischa Kuball ergänzt.

Inhaltlich begleitete den Prozess die Arbeitsgemeinschaft Baptisterium. Mitglieder sind die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Köln, der Katholikenausschuss in der Stadt Köln, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region sowie ursprünglich die damalige Dombaumeisterin Prof. Barbara Schock-Werner und der damals amtierende Stadtkonservator Ulrich Krings. Das neu gestaltete Baptisterium, in dem heute keine Taufen mehr stattfinden, kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Ältester Taufort

Über den ältesten Taufort in Köln sagt Kölns Stadtsuperintendent Rolf Domning: „Ich wünsche mir sehr, dass das Band der Taufe, das uns als Christen zusammenhält, uns durch das Baptisterium hier am Dom noch tiefer verbindet und uns in den gemeinsamen Aufgaben und Diensten für die Menschen in Köln stärkt.“

Im Sommer 2015 war der Rohbau fertiggestellt und der neue Vorraum für das Baptisterium sowie zwei Schaudepots für die Dombauhütte von der Stadt Köln dem Dom zur Nutzung übergeben worden, wie die Dombauhütte erläuterte. Danach erfolgte der Innenausbau des Baptisteriums, der nun abgeschlossen ist. Die Finanzierung wurde von der Kulturstiftung Kölner Dom und durch eine Einzelspende des Künstlers Gerhard Richter ermöglicht.

Bereits 1866 war bei Bauarbeiten östlich des Domchores ein frühchristliches Baptisterium entdeckt worden, das auf das sechste Jahrhundert datiert wird. Der damalige Dombaumeister ließ einen bis heute erhaltenen Schutzbau aus Ziegelsteinen errichten. Vom Baptisterium ist heute nur noch die achteckige sogenannte Piscina, das Taufbecken, sichtbar.

Nach Verwahrlosung eine Neugestaltung des Areals angestoßen

Unter dem Taufbecken wurde zudem ein älteres Becken aufgedeckt, von dem sich allerdings nicht nachweisen lässt, ob es bereits zur Taufe genutzt wurde. Mit dem Bau der Domplatte, einer Freifläche rund um den Dom, wurde das Baptisterium 1968 überbaut und über den Dionysoshof zugänglich gemacht.

Nach dem Bau von Museum Ludwig und Philharmonie Mitte der 1980er Jahre war der kleine Platz nur noch nach oben geöffnet und verwahrloste. 2002 wurde eine Neugestaltung der östlichen Domumgebung in Gang gebracht, das 2011 in das städtebauliche Gesamtkonzept zur Neugestaltung mündete.

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ekir.de / epd, cs / 04.04.2016



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