EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Die rheinische Kirche berät weiter über Fragen der digitalen Souveränität. Foto: Anna Siggelkow Die rheinische Kirche berät weiter über Fragen der digitalen Souveränität. Foto: Anna Siggelkow

Mehr digitale Souveränität II und Barcamp Kirche Online III

Online vom Glauben erzählen

Wie engagiert sich die Kirche in Fragen von Datenschutz und digitaler Souveränität, Facebook-Aktivitäten, Snapchat, WhatsApp und Hate Speech? Und was verspricht die Teilnahme an der zweiten rheinischen Akademietagung über Datensouveränität und dem dritten Barcamp Kirche Online? Drei Statements im Vorfeld von Tagung und Barcamp.

Via Bibleface: Textbild von Yvonne Kälbli Via Bibleface: Textbild von Yvonne Kälbli

Vertraut den neuen Wegen… oder: Willkommen im #Neuland

VON YVONNE KÄLBLI

Der Missionsbefehl ist eindeutig: Geht zu den Menschen hin! Nicht: macht die Tür auf und wartet und wundert euch, wenn keiner kommt. Wenn es uns damit ernst ist, müssen wir auch an die virtuellen Orte gehen und auf diese Lebenswelt eingehen. Denn: Menschen leben auch online - sie verabreden sich über WhatsApp, zeigen Urlaubsfotos bei Instagram, verkaufen Flohmarktware bei Facebook, unterhalten sich über Snapchat -ja, man kann sich auch unterhalten, indem man sich Fotos und kleine Filme schickt. Und das ist ganz und garnicht virtuell. Sondern echte Menschen interagieren mit echten Menschen.

Dabei sollten wir dann auch in bester Luther-Manier „den Leuten aufs Maul schauen“. Ins Digitale übersetzt: versuchen zu verstehen, wie Snapchat funktioniert. Was die Kids eigentlich den ganzen Tag bei YouTube machen. Wie und welche Bilder heute verwendet werden (Stichwort „Iconic Turn“). So kommt man auf ganz neue Ideen. Und wenn wir uns darauf einlassen, kommt Kirche im 21. Jahrhundert und der Lebenswelt der Menschen an (es wird uns ja öfters unterstellt, wir seien da eher von vorgestern…).

Deshalb freue ich mich aufs Barcamp. Darauf, wieder gemeinsam mit anderen Neugierigen Ideen zu entwickeln und Inspirationen zu bekommen – es gibt noch so viele Techniken, Tools und Trends, die nur darauf warten, auch von uns Kirchenleuten entdeckt zu werden! So viele tolle Sachen, die man mal online machen könnte!

Wie zum Beispiel das „Bibleface“ (siehe mein Bild) – bei diesem Projekt des Kirchenkreises Recklinghausen kann man ein Selfie hochladen und sich dazu einen Bibelvers aussuchen; daraus wird ein „Textbild“ generiert, das sich u. a. hervorragend als Profilbild für Facebook eignet. Die biblische Botschaft ist erst auf den zweiten Blick sichtbar. Aber es ist ein Hingucker. Und ganz wichtig: Menschen können selbst aktiv werden.

Spielerei? Natürlich! Wir haben schließlich eine frohe Botschaft. Darauf freue ich mich auch: Menschen, die mal was Neues probieren, um Kirche ins Spiel zu bringen (oder etwas Spiel in die Kirche).

Yvonne Kälbli ist Online-Redakteurin im Arbeitsbereich Kommunikation der Evangelischen Kirche von Westfalen und dort u.a. für Social Media zuständig. Bei Twitter heißt sie @kaffeeschwarz und bei Facebook ist sie ganz einfach mit ihrem Namen zu finden, facebook.com/yvonne.kaelbli.

Jan Ehlert Jan Ehlert

Barcamp Kirche Online III: Fragen und Antworten teilen 

VON JAN EHLERT

Allein in der Evangelischen Kirche im Rheinland sind mehr 113.000 Menschen ehrenamtlich aktiv: Egal ob als Leiter einer Jugendgruppe, als Ausschussmitglied oder als Chorsprecher - sie alle nutzen heute technische Hilfsmittel. Auf Smartphones schreibt man sich per WhatsApp und Facebook-Messenger mit Jugendlichen und anderen Ehrenamtlichen. Auf dem privaten Computer lagern Listen mit Namen, Adressen und Geburtsdaten von Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Dropbox oder im Postfach bei Google-Mail.

Ob sie wollen oder nicht, kommen die Ehrenamtlichen daher immer wieder mit Fragen rund um Datenschutz und Datensicherheit in Kontakt: Kann ich bedenkenlos mit Jugendlichen per WhatsApp schreiben? Und darf ich die Fotos von unserer Gruppe auf Facebook posten? Welche Daten darf ich überhaupt erheben und elektronisch speichern?

In vielen Gemeinden werden außerdem Webseiten und gemeindliche Facebook-Seiten von ehrenamtlichen betreut. Auch Sie kommen dabei technisch und rechtlich immer wieder an ihre Grenzen. Denn nicht alles was technisch möglich ist, ist rechtlich erlaubt oder ethisch geboten.

Das Barcamp Kirche Online bringt diese Menschen miteinander und mit Profis in Kontakt. Hier können alle ihre Fragen stellen, ihre Antworten miteinander teilen und Ideen diskutieren. Darüber hinaus ist auch Raum zum Neudenken und Ausprobieren: Welche neuen Techniken und digitalen Angebote sind in letzter Zeit neu erschienen? Und wie können wir von unserem Glauben nicht nur im Gemeindezentrum, sondern auch online erzählen? 

Jan Ehlert ist Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf und im Landeskirchenamt u.a. für meine.ekir.de zuständig. Bei Twitter lautet sein Name @stutheol, die Adresse seines Facebook-Profils: facebook.com/jan.rudolf.ehlert

Ralf Peter Reimann Ralf Peter Reimann

Mehr digitale Souveränität gewinnen II: Eines der Schlüsselthemen

VON RALF PETER REIMANN

Letztes Jahr haben wir uns im Barcamp stark mit dem Thema Datensouveränität beschäftigt. Die Impulse aus dem Barcamp haben zu einer Veranstaltungsreihe in Kooperation mit Evangelischer Akademie und Melanchthon-Akademie geführt. Ich freue mich, dass die zweite Veranstaltung aus dieser Reihe unmittelbar vor dem Barcamp stattfindet. Für mich ist der Umgang mit Daten eines der Schlüsselthemen, das wir bearbeiten müssen.

Innerhalb der Kirche erlebe ich häufig zwei Verhaltensmuster im Umgang mit der Digitalisierung: Einerseits Angst und Unsicherheit, beide lähmen. Die Furcht vor Datenkraken wie Google und Facebook führt dann dazu, Projekte zu killen, um auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu stehen. Unter Verweis auf Datenschutz verweigern so Kirchengemeinden den Eintrag ihrer Ortsdaten auf Google-Maps. Auf der anderen Seite ein unreflektierter Enthusiasmus. In der Digitalisierung sieht man das Heil der Kirche und nutzt ohne Nachzudenken Facebook zur Seelsorge.

Was wir aber brauchen ist ein verantwortlicher Umgang mit Daten, wir wollen und sollen - kompetent und souverän - bestimmen, was wir mit den Daten machen, die bei uns anfallen: Personenbezogene Daten so gut es geht schützen und alle anderen Daten soweit es geht teilen.

Ralf Peter Reimann, Pastor und Diplom-Informatiker, Internetbeauftragter der Evanglischen Kirche im Rheinland. Er ist unter @ralpe auf Twitter und bei Facebook unter facebook.com/RPReimann erreichbar.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / neu / 26.08.2016



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.