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Wetzlar

Ehrenamtliche heißen Flüchtlinge willkommen

Große Hilfsbereitschaft: Im Kirchenkreis Wetzlar werden sich fünfzig Ehrenamtliche in Begegnungs-Cafés für Flüchtlinge engagieren. Das ergab sich bei einem Vorbereitungstreffen, zu dem siebzig Interessierte gekommen waren.

So viel Hilfsbereitschaft unter der Bevölkerung, wie sich beim Vorbereitungstreffen zur Planung von Begegnungs-Cafés für die Flüchtlinge im Wetzlarer Zeltlager abzeichnete, hatten die Initiatoren vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe gar nicht erwartet. So trugen sich am Ende von den mehr als siebzig Besucherinnen und Besuchern in der Kapelle der Königsberger Diakonie mehr als fünfzig in die ausliegenden Listen zur ehrenamtlichen Mitarbeit ein.

Sie werden in Cafés an sechs Standorten in Wetzlarer Kirchengemeinden Dienst tun. Dazu gehören die Vor- und Nachbereitung der Räumlichkeiten ebenso wie das Ausschenken der Getränke und das Führen von Gesprächen mit den eingeladenen Flüchtlingen.

Die Pflege von Kontakten sei wichtiger als das Verteilen von Lebensmitteln und Hygieneartikeln, machte sich ein syrischer Flüchtling für die Idee stark. Mohamad Haj Osman will beim Dolmetschen mithelfen, denn er spricht neben Deutsch auch Arabisch, Kurdisch und Englisch. Camp-Flüchtlinge aus dem eigenen Heimatland einzuladen und ihnen die Örtlichkeiten für Begegnungen zu zeigen, könnte auch zu seinen Aufgaben gehören.

Das Konzept der Willkommens-Cafés stellte der Wetzlarer evangelische Pfarrer Jörg Süß vor: „Wir stellen die Räume zur Verfügung, in denen die Menschen einander und uns begegnen können“, erklärte er. „Wir sind auch für Fragen und Sorgen da und geben kostenlos Getränke aus.“ Mitglieder der Freien Evangelischen Gemeinde werden sich ebenfalls beteiligen. Die Moschee-Vereine laden die Menschen bereits zu Mahlzeiten ein.

Grenzen der Kraft bedenken

„Überlegen Sie sich gut, ob Sie noch zusätzlich Arbeit übernehmen“, mahnte Harald Würges vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe. Er weiß: Viele bereitwillige Helferinnen und Helfer kümmern sich bereits dauerhaft um Flüchtlings-Familien oder Einzelpersonen vor Ort. „Unsere Kräfte sind begrenzt. Sie dürfen nicht ausbrennen.“

In seiner Einführung hatte der Diakon über die aktuelle Situation im Camp auf dem Spilburg-Gelände berichtet. Die inzwischen 740 Flüchtlinge seien nunmehr fast drei Wochen da, nachdem anfangs lediglich zwei bis drei Tage geplant waren, erfuhren die Anwesenden. Es fehle den Menschen an Geld, sauberer Kleidung, ärztlicher Versorgung und Privatsphäre. Auch gebe es nicht genügend Sozialarbeiter vor Ort.

Standorte der sechs Begegnungs-Cafés in Wetzlar werden - zu je verschiedenen Zeiten - die evangelische Gnadenkirche, das evangelische Domgemeindehaus, das evangelische Gemeindehaus der Hospitalkirche, das Café Treffpunkt der Königsberger Diakonie, die evangelische Kreuzkirche, das katholische Gertrudishaus und die Freie Evangelische Gemeinde sein.

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ekir.de / bkl, neu / 16.07.2015



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