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Peter Beier (1934-1996) Foto: Archiv der EKiR Peter Beier (1934-1996) Foto: Archiv der EKiR

Peter Beier (1934-1996)

Wortgewaltiger und leidenschaftlicher Theologe

„Peter Beier war ein wortgewaltiger und leidenschaftlicher Theologe." So würdigt Präses Manfred Rekowski seinen Amtsvorgänger Peter Beier anlässlich dessen 20. Todestages. Beier habe "konsequent den gekreuzigten Christus in den Mittelpunkt seines Denkens, Redens und Tuns gestellt“, so Rekowski. 

Peter Beier, 1934 im damaligen Niederschlesien geboren, später Gemeindepfarrer in Düren, Jülicher Superintendent und ab Januar 1989 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, war am 10. November 1996 im Alter von 61 Jahren plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Rekowski zitiert Beier: „Über den Völkern und für die Völker richtet Gott das Kreuz auf, an das er selbst geht, an das er seine Liebe heftet – das Zeichen des Bundes, der ausnahmslos allen Menschen gilt.“

Die rheinische Kirche sei für den Menschen Peter Beier und seinen Dienst dankbar, so Rekowski. Beier sei bis heute vielen Menschen weit über die Landeskirche hinaus als kluger und mutiger Theologe, als unerschrockener und streitbarer rheinischer Pfarrer und als profilierter Prediger in Erinnerung: „Die Evangelische Kirche im Rheinland verdankt Peter Beier wichtige theologische Impulse und präzise Platzanweisungen für eine Kirche, die in politischen und gesellschaftlichen Umbruchsituationen Position zu beziehen hat.“

Beiers Amtszeit von 1989 bis 1996 sei in eine Zeit gefallen, in der sich durch den Fall des Eisernen Vorhangs die geopolitische Situation in Europa schlagartig grundlegend veränderte. „Schon frühzeitig erkannte Peter Beier die sich daraus ergebenden europäischen Herausforderungen. Sein besonderes Augenmerk galt der Zusammenarbeit und Kooperation der protestantischen Kirchen in Europa." Angesichts der gegenwärtig vielerorts zu beobachtenden krisenhaften Situation in Europa wirke seine Forderung nach einer protestantischen Sozialcharta mehr als zwei Jahrzehnte später ausgesprochen aktuell, so Präses Rekowski.

Die Welt sozial entwickeln

Wie hoch aktuell der Standpunkt Beiers ist, zeigt ein Zitat von ihm aus der damaligen Zeit: „Wir haben darauf zu bestehen – aus evangelischen Gründen –, dass Europa sich nicht isoliert, zu einer schwimmenden Festung erklärt, die mit allen Mitteln der Mangelgesellschaft im Osten und der Überflussgesellschaft im Westen Privilegien verteidigt, die der sozialen und politischen Entwicklung einer Weltgesellschaft im Wege stehen.“ Die Kirchenleitung erinnert u. a. an Beiers Todestag, 10. November, in einer Andacht während ihrer monatlichen Sitzung an den leidenschaftlichen Theologen. 

Der Bauernsohn, dessen einziger Bruder im II. Weltkrieg starb, erlebte in seiner Heimat noch den Einmarsch der Russen. 1947 kam die Vertreibung aus Polen, die Familie gelangte an den Niederrhein.  Nach dem Abitur in Grevenbroich arbeitete Peter Beier als Bergmann - auch während aller Semesterferien seines Theologiestudiums. 1963 wurde er zum Pfarrer in Düren gewählt, 1972 zum Superintendenten des Kirchenkreises Jülich, am 11. Januar 1989 zum rheinischen Präses. Beier hinterließ seine Frau Rosemarie und die vier Kinder.

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ekir.de / jpi, neu; Hinweis: Trotz entsprechender Bemühungen konnte nicht bei allen Fotos die Quelle ermittelt werden; mögliche Rechteinhaber*innen wenden sich ggf. bitte an die Online-Redaktion der EKiR, redaktion@ekir.de / 09.11.2016



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