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Beim Labyrinth-Spiel kommt es auf Zusammenarbeit, Fingerspitzengefühl und Geduld an. Labyrinth der Erwartungen? Beim Labyrinth-Spiel kommt es auf Zusammenarbeit, Fingerspitzengefühl und Geduld an.

Mitarbeitende im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst

Viele Rollen, viele Erwartungen

„Im Blickpunkt: Berufliche Identität“ lautet das Thema des Treffens der Mitarbeitenden im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst am 7. Juni im Hackhauser Hof. Ein ekir.de-Interview mit Nicole Ganss, Referentin im Landeskirchenamt. 

Nicole Ganss Nicole Ganss

Warum ist „berufliche Identität“ ein Thema?

Es gibt keine klare Berufsbezeichnung. Das zeigen schon die verschiedenen Benennungen: Mal heißt es Mitarbeitende im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst, mal Mitarbeitende in Verkündigung, Seelsorge, Diakonie und Bildungsarbeit. Wir meinen Mitarbeitende mit verschiedenen Qualifikationen: Erzieher, Sozialarbeiter, Diakone, Gemeindepädagogen, Religionspädagogen, Gemeindehelfer. Das sind die offiziellen Berufswege, andere sind auch quer eingestiegen. Sie alle werden über einen Kamm geschoren. Dabei haben sie verschiedene Qualifikationen und Qualitäten. Wir fragen: Wie wird das in der Kirche wahrgenommen? Werden sie alle Jugendleiter?

Werden sie?

Sehr häufig! In der Frage der beruflichen Identität geht es um folgende Aspekte: Wie bringen die Mitarbeitenden ihr Handwerkszeug in ihre Arbeit ein? Und wie nehmen das die Kirchengemeinden wahr?

Welche berufliche Identität haben Sie?

Ich bin Diakonin und beschäftigt als Referentin für gemeindepädagogische Mitarbeitende. Für andere lautet das ähnlich: Diakon und kreiskirchlicher Jugendmitarbeiter. Erzieherin und beschäftigt in der gemeindlichen Jugendarbeit in einer Offenen Tür. Okay, das ist jetzt sehr viel…

Es geht nur lang, nie kurz?

Ja, es ist kompliziert und hat viele Faktoren: die Profession und die Aufgaben.

Warum ist es gut, einmal über die berufliche Identität zu sprechen?

Der Alltag mit den vielen verschiedenen Rollen, die überfrachteten Erwartungen von verschiedenen Seiten und das unklare Berufsbild bedürfen der Reflexion. Damit man seinen eigenen Standpunkt klar kriegt.

Wir könnte der Standpunkt aussehen?

Die Tätigkeit benennen – und auch das, was nicht geht. Im Alltag der Mitarbeitenden im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst geht es beispielsweise oft um die Abstimmung im Blick auf die pastorale Arbeit. Was macht der Pfarrer, was die Diakonin in der Konfirmandenarbeit? Heute sind viele Mitarbeitende ordiniert, da wird die Abgrenzung noch schwieriger, denn mit der Ordination fallen den jeweiligen Mitarbeitenden auch pastorale Aufgaben zu. Es muss einfach gut überlegt werden, wer mit welcher Qualifikation was einbringt.

Was bringen diakonisch-gemeindepädagogische Mitarbeitende ein?

Grundlegend ist die pädagogische Kompetenz: Gruppendynamik erkennen, Reflexion, auf die Metaebene gehen – eben für eine professionelle Beziehungsgestaltung sorgen. Außerdem stehen die Mitarbeitenden für die Entwicklung von Konzepten, die über das Vorliegende hinausgehen.

Beim Landeskirchlichen Konvent der Mitarbeitenden im diakonisch-gemeindepädagogischen Dienst am Dienstag, 7. Juni, geht es darum, bei aller Vielfalt auch das eigene berufliche Profil zu schärfen. Auf dem Programm stehen ein Impulsreferat "Berufliche Identität" sowie fünf Workshops. Die Themen reichen von „Was stärkt mich und hält mich gesund“ bis „Mein Job – meine Rolle – meine Identität“. Anmeldungen erbeten bis 15. Mai. Details nennt der Einladungsflyer. 

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ekir.de / Anna Neumann, Porträtfoto Michel Schier / 10.05.2016



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