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Religionsunterricht funktioniert mit Lachen: Pfarrer Volker Hassenpflug vor dem Berufsbildungszentrum Völklingen. Religionsunterricht als große Chance: Pfarrer Volker Hassenpflug vor dem Berufsbildungszentrum Völklingen

Berufsschule und Religionsunterricht

Humor ist die vertrauensbildende Maßnahme

„Ohne Humor geht es nicht“, sagt Pfarrer Volker Hassenpflug. „Religionsunterricht ist dann gut und erreicht die Schülerinnen und Schüler, wenn er auch lustig ist, wenn man auch über sich selbst lachen kann.“

Humor sei eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme zwischen Lehrer und Schülern, ist seine Erfahrung. Hassenpflug unterrichtet evangelische Religion am Berufsbildungszentrum in Völklingen. Er ist gleichzeitig Bezirksbeauftragter für den evangelischen Religionsunterricht an den Berufskollegs in den Kirchenkreisen Saar-West und Saar-Ost. Und jetzt geht Schule auch wieder los - im Saarland wie auch in Rheinland-Pfalz und in Hessen enden die Sommerferien, beginnt die Schule wieder.

Hassenpflugs Schülerinnen und Schüler sind junge Azubis. Außerdem hat er Fachoberschüler und Abiturienten sowie Jugendliche im Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundschuljahr. Viele sind „nicht so handzahm“, erklärt er, kommen aus einem schwierigen sozialen Umfeld.

Die Klassen sind oft sehr heterogen zusammengesetzt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass im evangelischen Religionsunterricht muslimische, evangelische, katholische und konfessionslose Schülerinnen und Schüler zusammenkommen. Das stellt an die Lehrenden besondere Anforderungen. Hassenpflug: „Ich versuche an die Lebenswelt der jungen Menschen anzuknüpfen, ihre Themen aufzugreifen.“

Große Chance

Religionsunterricht in der Berufsschule eröffne eine große Chance, junge Menschen mit Themen des Glaubens und der Kirche anzusprechen. Rund 400 Jugendliche erreiche er jede Woche in seinem Unterricht mit Gesprächen über religiöse Themen. Die meisten haben in dieser Lebensphase keinen Bezug (mehr) zu ihrer Kirchengemeinde. Engagement für die Kirche gelte in dieser Altersgruppe als „uncool“.

Hassenpflugs Erfahrung: „Der Religionslehrer ist oft der einzige offizielle Kirchenvertreter, zu dem die Berufsschülerinnen und -schüler noch Kontakt haben.“ Außerdem weiß er: Reli gilt unter den Schülerinnen und Schülern als „gechillte Stunde“, in der man sich entspannt und ohne Leistungsdruck wohlfühlen kann.

Zu seinem Unterricht ist jede Schülerin, jeder Schüler eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Konfession spielt keine Rolle. „Auch ein Muslim kann eine Eins in evangelischer Religion bekommen“, sagt Hassenpflug. Nicht nur vorrangig theologisches Fachwissen ist gefragt. Der Pfarrer will den jungen Leuten vielmehr die Fähigkeit vermitteln, eine religiöse Frage selbst zu lösen und in einer toleranten und dialogischen Art damit umzugehen.

Auch als Seelsorger gefragt

„Im Religionsunterricht kann man über die Frage nachdenken: Wie funktioniere ich als Mensch?“, erklärt er. Das sage er auch Betrieben, wenn diese zweifelten, ob das Fach Religion an Berufsschulen überhaupt notwendig ist. Teamfähigkeit und soziale Kompetenz seien in der Wirtschaft schließlich zunehmend von Bedeutung.

Als Berufsschulpfarrer ist Hassenpflug auch als Seelsorger gefragt. Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerkollegen kommen mit vielfältigen Problemen auf ihn zu. Den „Raum der Stille“, den das Berufsbildungszentrum 2013 ökumenisch organisiert und finanziert hat, nutzt er gern, um sich in einem vertraulichen Rahmen ihren Fragen zu stellen. „Es gilt auch für mich die seelsorgliche Schweigepflicht. Das erleichtert es, Vertrauen aufzubauen.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 5. September 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 8. September 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / uks, Foto Thomas Seeber / 08.09.2014



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