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Den beiden Konfirmandinnen Lara und Ella hat das Brotbacken für den guten Zweck richtig Spaß gemacht. Den beiden Konfirmandinnen Lara und Ella hat das Brotbacken für den guten Zweck richtig Spaß gemacht.

Aktion 5000 Brote

Eine „Unterbarmer Kruste“ für die Welt

Nicht jeder Mensch hat zu essen, nicht jeder Jugendliche kann einen Beruf erlernen. Damit sich das ändert, backen Konfirmandengruppen bundesweit Brote und geben sie gegen Spenden weiter. In der rheinischen Kirche wurde die Aktion „5000 Brote“ in Wuppertal von Präses Manfred Rekowski eröffnet. 

Präses Manfred Rekowski hat beim Erntedankgottesdienst in der Unterbarmer Hauptkirche gepredigt. Präses Manfred Rekowski hat beim Erntedankgottesdienst in der Unterbarmer Hauptkirche gepredigt.

Ella und Lara hatten sich das Brotbacken schwieriger vorgestellt. „Ich dachte, das wird richtig anstrengend und wir kneten den Teig stundenlang mit der Hand, aber dafür gab es die Knetmaschine“, sagt die 13-jährige Ella. Mit viel Staub hatte die 14-jährige Lara gerechnet. „In der Backstube war aber alles richtig sauber, wir haben dann mal aus Spaß ein bisschen Mehl durch die Gegend gepustet“, meint sie lachend.

Für die Aktion „5000 Brote – Konfis backen für Brot für die Welt“ haben die beiden Konfirmandinnen der Wuppertaler Evangelischen Kirchengemeinde Unterbarmen insgesamt 20 Brote gebacken. Die Aktion wird alle zwei Jahre bundesweit von der Evangelischen Kirche in Deutschland und vom Hilfswerk „Brot für die Welt“ initiiert, in der rheinischen Kirche startete sie am 2. Oktober 2016 bei einem Erntedank-Gottesdient mit Präses Manfred Rekowski in der Unterbarmer Hauptkirche in Wuppertal.

Bis zum ersten Advent werden nun auf dem Gebiet der rheinischen Kirche von 50 Konfirmandengruppen Brote gebacken und bei einem von ihnen mitgestalteten Gottesdienst gegen eine Spende weitergegeben. Der Erlös geht an Ausbildungsprojekte in Ghana, San Salvador und Albanien. In Wuppertal-Unterbarmen hatten insgesamt 22 Konfirmandinnen und Konfirmanden die Erntedankfeier mit Präses Rekowski vorbereitet.

Früh um sieben standen die Konfis schon in der Backstube

Einen Tag vor dem Gottesdienst standen die Konfirmandinnen Lara und Ella dafür zusammen mit Jugendmitarbeiterin Gudrun Haarmann früh um sieben in der Backstube des Wuppertalers Familienbetriebs von Bernd Wiggershaus. Die beiden Konfirmandinnen können sich jetzt gut vorstellen, mal selbst in einer Bäckerei zu arbeiten. „Mit hat das Backen richtig Spaß gemacht, weil man vor sich sieht, was man mit den eigenen Händen gemacht hat“, meint Lara.

Und das sei ein weiterer toller Effekt der Aktion „5000 Brote“, die bundesweit zusammen mit der Bäcker-Innung durchgeführt werde, sagt Elke Wieja vom Landeskirchenamt in Düsseldorf. Sie ist für die Aktion in der rheinischen Kirche zuständig und hat oft beobachtet, wie begeistert allerorts die Jugendlichen die Backstuben wieder verlassen. „Sie bekommen einen Einblick in das Handwerk und erleben mit, wie die tägliche Nahrung hergestellt wird.“ 

Die selbstgebackenen Brote gingen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln. Die selbstgebackenen Brote gingen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln.

In Unterbarmen haben Lara und Ella zwei Brotsorten hergestellt. „Eine Sorte ist mit Walnüssen, die andere aus einer Roggenmischung“, erklärte Lara beim Gottesdienst. Dem Mischbrot gaben sie den Namen „Unterbarmer Kruste“, auf seine knusprige Rinde setzten sie einen Teigabdruck in Apfelform. „Wenn Jugendliche für dieses Backwerk so früh aufgestanden sind, ist es eigentlich unbezahlbar“, scherzte der rheinische Präses Manfred Rekowski in Unterbarmen.

Für Christinnen und Christen sei Jesus das Brot und die Mitte des Lebens, sagte er bei seiner anschließenden Predigt. „Daher folgt für uns auf das Glauben und Hoffen ganz selbstverständlich das Teilen.“ Und das sei auch das Ziel der diesjährigen Aktion „5000 Brote“. Denn sie verhelfe Jugendlichen in anderen Ländern zu einer beruflichen Perspektive und bekämpfe damit auch Fluchtgründe: „Eine qualifizierte Ausbildung kann jungen Menschen die Chance, auf eine gesicherte Zukunft in ihrer Heimat bieten.“

Die Jugendlichen finden viele Gründe, dankbar zu sein

Die Unterbarmer Konfirmandinnen und Konformanden wissen, dass das nicht selbstverständlich ist. „In vielen Ländern können Jugendliche sich weder ihren Beruf aussuchen, noch erhalten sie eine Ausbildung“, sagt Konfirmand Ludwig. Mit Gemeindepfarrer Thomas Corzilius und Jugendmitarbeiterin Gudrun Haarmann hatten alle Konfirmandinnen und Konfirmanden darüber nachgedacht, wofür sie Gott zu danken haben. Die Jugendlichen stellten fest, dass der Dank nicht allein der täglichen Nahrung gilt. „Wir dürfen reisen, wohin wir wollen“, erklärte Konfirmand Simon beim Gottesdienst. „Vor Gericht werden wir gleich behandelt“, ergänzte Mitkonfirmand Christian. „Mit solchen Gaben ist immer auch die Aufgabe des Abgebens verbunden“, sagte Pfarrer Corzilius.

Beim Gottesdienst erinnerte er an das neutestamentliche Gleichnis von der Speisung der 5000, an das die Aktion von Brot für die Welt anknüpft: „Mit dem Vertrauen in Gott reichten fünf Brote und zwei Fische für die Menge, die sich um Jesus versammelt hatte – und es blieben sogar noch zwölf gefüllte Körbe übrig.“ Nichts übrig, blieb dagegen von den 20 Broten am Eingang der Unterbarmen Hauptkirche: Denn die gingen nach dem Gottesdienst gegen Spenden weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. „Wir haben mehr als 200 Euro eingesammelt“, freute sich Lara. 

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ekir.de / Sabine Eisenhauer, Fotos: Uwe Schinkel / 04.10.2016



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