EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Friedensandacht mit Präaes Manfred Rekowski vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel. Friedensandacht mit Präses Manfred Rekowski vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel.

Friedensandacht

„Büchel ist Stachel im Fleisch des zerbrechlichen Friedens“

Ungewöhnlicher Ort: Vor dem Haupttor des Bundeswehr-Fliegerhorstes Büchel, wo vermutlich die letzten Atomwaffen auf deutschem Boden lagern, hielt Präses Manfred Rekowski am Antikriegstag, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, Andacht.

Der Präses forderte die Menschen auf, „alles uns Mögliche zu tun, um Gerechtigkeit zu fördern und das friedliche Zusammenleben zwischen Völkern und Nationen zu erreichen“. Eingeladen hatten der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes und der Initiativkreis gegen Atomwaffen. Pfarrer Dr. Matthias Engelke, der Vorsitzende des deutschen Zweiges des Versöhnungsbundes, erklärte: „Heute vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg, der mit dem Abwurf zweier Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki enden sollte. Nie mehr sollen Menschen unter diesen Waffen leiden. Und hier, wo noch immer Atomwaffen lagern, wollen wir uns daher gemeinsam auf den Weg des Friedens begeben.“

Präses Rekowski warnte: „An die 20 amerikanische Atombomben aus dem Kalten Krieg lagern hier, eingerichtet für den Einsatz mit deutschen Kampfjets, und ihre Sprengkraft übertrifft die Hiroshimabombe bei Weitem. Sie sind Teil der taktischen Atomwaffen, die jetzt modernisiert werden sollen mit einer Präzisionssteuerung. Das ist das Spiel mit dem Tod. Wenn es beginnt, nimmt es ein schlimmes Ende.“

Erinnerung an Friedensbemühungen

Weiter sagte er: „Heute erinnern wir an die Kriegserklärung vor 75 Jahren, mit der der Zweite Weltkrieg begann. Der Wahnsinn dieses Krieges und des Nationalsozialismus hält unser kollektives Gedächtnis besetzt. Endlich begreifen wir auch, dass dadurch die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg überlagert wurde.“ Er erinnerte an die Friedensbemühungen, die es bereits 1914 gab, als der Internationale Versöhnungsbund am Vorabend des Kriegsausbruchs in Konstanz gegründet wurde.

Oder an die Worte Dietrich Bonhoeffers, der 1934 die Kirchen zu einem Friedenskonzil aufgefordert hatte. Oder an den Ökumenischen Rat der Kirchen, der 1948 betonte, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle. Aber auch an die zahlreichen Friedensdemonstrationen der 80er Jahre, im Bonner Hofgarten, auf dem Hunsrück bei Bell und Hasselbach oder die Friedensgebete in der ehemaligen DDR. Aber:„Büchel in der Eifel bleibt ein Stachel im Fleisch des zerbrechlichen Friedens“, mahnte der Präses.

Zugang zum Fliegerhorst mit Absperrgittern gesichert

Rund 70 Menschen waren zu der Friedensandacht gekommen, darunter auch der Sohn des „Predigers von Buchenwald“, Karl-Adolf Schneider, sowie der Superintendent des Kirchenkreises Simmern-Trarbach, Horst Hörpel, umgeben von einer deutlich sichtbaren Präsenz der Polizei. Die Bundeswehr hatte den Zugang zum Fliegerhorst mit Absperrgittern gesichert. Weder Soldaten noch Polizisten folgten der Einladung der Veranstalter zur gemeinsamen Friedenstafel bei Kaffee und Kuchen im Anschluss an die Andacht.

Der Weg zu einem gerechten Frieden sei eine irdische Pilgerreise, meinte der Präses. „Sie verkennt nicht den Unfrieden, der auf der Erde herrscht, die Armut, aus der die Menschen fliehen, und die Kriege, die ihnen die Hoffnung und das Leben rauben: in Syrien, in Afghanistan, in der Ukraine, im Süd-Sudan, an vielen anderen Orten der Welt“, so Manfred Rekowski. Der Ökumenische Rat der Kirchen habe zu einem Pilgerweg der Gerechtigkeit aufgerufen. „Als eine seiner Stationen verstehe ich Büchel mit den Menschen vor und hinter dem Zaun.“

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 2. September 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 3. September 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Dieter Junker / 02.09.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.