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Bundespräsident

Nikolaus Schneider mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Zum Tag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Gauck 32 Verdienstorden verliehen. Unter den Geehrten ist auch der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Schneider. Er setzt sich seit vielen Jahren für soziale Gerechtigkeit ein. 

Bundespräsident Joachim Gauck hat den früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Schneider erhielt den Orden mit Stern und Schulterband in Berlin für sein soziales Engagement und seinen Einsatz gegen Antisemitismus. "Das Wirken des Theologen ist von großem Engagement für die sozialen Themen unserer Zeit geprägt", heißt es in der Begründung.

Schneider sei stets für den Schutz der Menschenwürde und für soziale Gerechtigkeit eingetreten. Der in Duisburg geborene Theologe war von 2003 bis 2013 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Im Jahr 2010 trat er die Nachfolge der zurückgetretenen Dr. Margot Käßmann an der Spitze des EKD-Rats an. Im vergangenen Jahr gab Schneider dieses Amt ab, um seiner an Krebs erkrankten Frau beizustehen.

Der heutige rheinische Präses Manfred Rekowski gratulierte seinem Amtsvorgänger und erklärte, Schneider habe sich immer in einer Sprache zu Wort gemeldet, "die von den betroffenen Menschen verstanden wurde und die zugleich auch öffentlich Gehör fand". Er habe sich für die christlich-jüdische Zusammenarbeit eingesetzt und sei jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegengetreten. Schneider selbst sieht seine Ehrung als Zeichen, "dass es für den Staat von Belang ist, was die Kirchen tun".

Weitere Ehrungen für Menschen in NRW und dem Saarland

Zu den geehrten Persönlichkeiten aus Nordrhein-Westfalen gehört der Islamwissenschaftler Prof. Dr. Bülent Uçar aus Oberhausen. Der Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Osnabrück gilt als Experte für muslimischen Religionsunterricht. Ausgezeichnet wurden daneben Karin Ahrens aus Bonn, die sich im Verein "Ausbildung statt Abschiebung" für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einsetzt.

Aus dem Saarland kommt Peter Merkel, der sich um die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verdient gemacht. Der aus Kasachstan stammende Sportlehrer arbeitet seit dem Jahr 1997 für das Programm ""Integration durch Sport"" beim Landessportverband für das Saarland.

Auch frühere DDR-Bürgerrechtler geehrt

Zum Tag der Deutschen Einheit erhielt auch eine Reihe früherer DDR-Bürgerrechtler das Bundesverdienstkreuz. Unter anderen wurden aus Brandenburg der Theologe Richard Schröder und der Grünen-Politiker Werner Schulz sowie aus Berlin die Mitinitiatorin der Leipziger Friedensgebete, Katrin Hattenhauer, geehrt. Insgesamt verlieh Gauck im Berliner Schloss Bellevue 32 Verdienstorden an Persönlichkeiten aus allen 16 Bundesländern sowie aus Österreich und Italien.

Der Bundespräsident betonte, dass sich die Geehrten oft seit Jahrzehnten um Deutschland, seine Menschen, Kultur, Wissenschaft und sein soziales Gefüge verdient gemacht hätten. Viele von ihnen seien zu DDR-Zeiten im Umfeld der Kirchen, in der Friedensbewegung oder Umweltbewegung aktiv gewesen. "Sie haben unerwünschte Lieder gesungen, unerwünschte Filme gezeigt, unerwünschte Flugblätter gedruckt - vor allem: unerwünschte Fragen gestellt und damit für sich und Ihre Familien viel riskiert", sagte Gauck.

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ekir.de / epd, neu / 01.10.2015



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