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 Beim ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienst in Trier hielten sowohl Bischof Ackermann (links) als auch Präses Rekowski eine Predigt.

Buß- und Bettag

Ackermann und Rekowski für ökumenischen Perspektivwechsel

„Lass uns eins sein, Jesu Christ“, sang die Gemeinde im ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienst in der Konstantin-Basilika in Trier. Der gesungene Wunsch umriss das Thema des Gottesdienstes: Die Frage nach der Zukunft der Ökumene nach dem Ende des Jubiläumsjahrs zu 500 Jahre Reformation.

Unterzeichnung des Unterzeichnung des "Ökumenischen Wegzeichens"

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, und der Trierer Bischof Stephan Ackermann, die den Gottesdienst vor rund 450 Gläubigen gemeinsam gestalteten, sprachen sich für einen Perspektivwechsel in der Ökumene aus.

Anschließend unterzeichneten die beiden leitenden Geistlichen ein „Ökumenisches Wegzeichen“. Darin bekräftigen rheinische Kirche und Bistum Trier ihren Willen, das gewachsene Miteinander der Konfessionen weiter zu vertiefen und angesichts großer gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche ihre ökumenische Zusammenarbeit zu verstärken.

Erstmals in der langen Tradition der ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienste in Trier hielten sowohl der Bischof als auch der Präses eine Predigt. Er schaue dankbar auf das zurückliegende Jubiläumsjahr, denn „die ökumenische Verbundenheit hat einen gehörigen Schub bekommen“, sagte Ackermann, der als erster auf die Kanzel stieg.

"Versöhnte Verschiedenheit" - mehr als ein schöner Ausdruck

Gerade die Christinnen und Christen in Deutschland als dem Land der Reformation hätten eine besondere ökumenische Verantwortung, unterstrich er. Die Kirchenleitungen müssten sich zunächst mit den Vorstellungen von Einheit und Verschiedenheit in der Kirche auseinandersetzen. Wenn die Formel von der „versöhnten Verschiedenheit“ bloß ein schön klingender Ausdruck für den Status quo bleibe, sei das eine ökumenische Kapitulationserklärung, sagte er in Anlehnung an ein Zitat des früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert.

Die katholischen Bischöfe sieht er außerdem in der „dringenden pastoralen Verantwortung“ auf der Suche nach Antworten für konfessionsverschiedene Ehen und die gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie. Schließlich, so Ackermann, müsse es um einen Perspektivwechsel in der Ökumene gehen.

Er verstehe darunter, „dass wir uns als evangelische und katholische Christen letztlich in allem, was wir unternehmen, fragen, wie dies unsere Mitchristen der jeweils anderen Konfession sehen und einschätzen. Wir tun doch längst noch nicht all das zusammen, was wir zusammen tun könnten“, war sein Appell.

"Nachfolge Christi geht nicht in getrennten Wandergruppen"

Auch Präses Rekowski sprach sich in seiner Predigt für einen Sinneswandel in der Ökumene aus. Das Reformationsjubiläum sei ein Erfolg gewesen, weil die Konfessionen es gemeinsam als Christusfest gefeiert haben. „Nachfolge Christi geht gar nicht in getrennten Wandergruppen“, sagte Rekowski. In der Ökumene gehe es „nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Das ist die ökumenische Zukunftsperspektive“, unterstrich er. Ökumene sei keine Last, die man auch mal weglassen könne. Ökumene könne vielmehr entlasten durch den Dienst der Mitchristen, der Geschwister der anderen Konfession.

Das „Ökumenische Wegzeichen“ setze deshalb einen Doppelpunkt hinter das Reformationsjubiläum: „Darin verständigen wir uns auf konkrete Schritte, wie die Ökumene im Bereich des Bistums Trier und der evangelischen Gemeinden und Kirchenkreise im Gebiet nachhaltig und praktisch werden soll“, erläuterte der Präses. Es solle Anregungen geben und dazu ermutigen, dass Ökumene nicht nur an den Feiertagen und bei Jubiläen groß geschrieben werden, sondern selbstverständlich zum Alltag gehöre.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest, Pastor Jochen Wagner vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (BFeG), bat in einem Gebet um Gottes Segen für den weiteren ökumenischen Weg.

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ekir.de / uks, Fotos:Bistum Trier / Ernst Mettlach / 23.11.2017



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