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Ewigkeitssonntag Am Ewigkeitssonntag geht es um das Gedenken an die Toten und die Hoffnung der Christinnen und Christen.

Chatandacht zum Ewigkeitssonntag

Das Netz vergisst niemanden

Kirchen sind durchbetete Räume. Gläubige halten dort über Jahre, manchmal sogar Jahrhunderte, Zwiesprache mit Gott. Auch im Internet gibt es Räume für den virtuellen Gottesdienst. Am Ewigkeitssonntag gedenken Angehörige in einer Chatandacht um 18 Uhr ihrer Toten.

„In unseren Herzen bleibst du bei uns“, steht auf den Schleifen der Blumenkränze auf dem Friedhof. Am Ewigkeitssonntag, 22. November, wird im Gottesdienst an die Verstorbenen erinnert. Trauer kann überwältigend sein, deshalb braucht sie solche Rituale.

Feste Rituale im Internet

Wer den Schutzraum der eigenen vier Wände nicht verlassen möchte, kann der Verstorbenen auch virtuell gedenken: bei der jährlichen Chatandacht der evangelischen Kirche am Ewigkeitssonntag. Das Internet finden viele Menschen schnelllebig, voller Oberflächlichkeit. „Wir wollen aber ein fester Ritualpunkt in den Weiten des Word Wide Web sein.“, erläutert die Trierer Pfarrerin Maike Roeber die Idee der Chatandacht, die es seit sieben Jahren gibt.

Auf der Internetseite www.trauernetz.de  trägt man seine verstorbenen Angehörigen und Freunde in ein Trauerbuch ein. Der Ablauf der Chatandacht lenkt dann in geordnete Bahnen, was so schwer begreifbar ist. Nach der Begrüßung durch das Pfarrteam und einer liturgischen Einführung wird gemeinsam in das Trauerbuch geschaut – Zeit sich zu erinnern und innezuhalten. Roeber berichtet: „Wir hatten in manchen Jahren schon bis zu 400 Namenseintragungen.“ Während der Andacht fügten die Angehörigen oft noch weitere Namen hinzu.

Gemeinsames Gedenken im Gebet

Beim Vaterunser sind dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt. Zeile für Zeile, manchmal Wort für Wort tippen sie gemeinsam das Gebet über die Tastatur ein. „Das ist ein richtiger Textteppich, der da gewebt wird“, beschreibt es Roeber. Im Kirchenraum wären nun viele Stimmen zu hören, im Chatroom erscheinen ineinander fließende Textzeilen. Die Andacht schließt nach einer guten halben Stunde mit dem Segenswort.

Für den persönlichen Austausch steht neben Roeber auch ihr Kollege Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, bereit. Beide bringen langjährige Erfahrung in der Chatseelsorge mit. Sie haben auch schon Passionsandachten als wöchentlichen Chat gestaltet. Roeber und Reimann wissen, wer im Trauerfall konkret weiterhelfen kann. „Wir vermitteln den Menschen gern Online-Angebote und natürlich auch Beratungsmöglichkeiten an ihrem Wohnort.“, so die Pfarrerin.

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ekir.de / Kathrin Reinert / 20.11.2015



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