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Luther-Bildnis von Lucas Cranach der Ältere, ca. 1529 Luther-Bildnis von Lucas Cranach der Ältere, ca. 1529

Kunst

Wie echt sind Cranachs Lutherbilder?

Wie sah Luther wirklich aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Forschungsprojekt, das die die Lutherbildnisse des Malers Lucas Cranach der Ältere auf ihre Authentizität untersucht. Dabei soll herausgefunden werden, ob seine Gemälde realistische Porträts waren oder von Cranachs Verehrung des Reformators zeugen.  

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre  angelegt und eine Kooperation der Technischen Hochschule Köln, des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die Leibniz-Gemeinschaft fördert das Projekt mit einer Million Euro.

Den Angaben der Hochschule zufolge existieren mehr Bildnisse des Reformators Martin Luther als jedes anderen Menschen seiner Zeit. Bei der Verbreitung habe Lucas Cranach eine zentrale Rolle gespielt, heißt es. Er prägte verschiedene Bilder des Reformators: Luther als frommer Mönch, als Junker Jörg, als Reformator oder als Ehemann gemeinsam mit seiner Frau Katharina von Bora. Mit anhaltender Legendenbildung um den Reformator und seiner wachsenden Verehrung seien immer mehr Bilder entstanden, die sich gut verkauften.

Doch sah Luther wirklich so aus, wie auf den Bildern dargestellt? Bekannt ist, dass Cranach Studien auf Papier nach der lebenden Person anfertigte und die Gemälde dann mit Werkstattmitarbeitern seriell produzierte. Aber eine solche Studie ist für Luther nicht erhalten. Also wann und wie sind die Bildnisse von Luther überhaupt entstanden? Halten sie ihn tatsächlich in einem spezifischen Moment seines Lebens fest? Oder sind sie Zeugnisse für die nachträgliche Heroisierung und Verehrung des Reformators?

Das Forschungsprojekt will diese Fragen klären, die beteiligten Kunst- und Kirchenhistoriker wollen dazu ein kritisches Werkverzeichnis der frühen Lutherbildnisse aus der Zeit zwischen 1519 und 1530 erstellen.

Weltweit werden dazu alle Lutherporträts des Untersuchungszeitraums kunsttechnologisch untersucht, digital erfasst und durch spezielle Analyseverfahren in ihren "relativen Ähnlichkeitsverhältnissen" dargestellt. Physikalische Analysen und naturwissenschaftliche Methoden sollen bei der Datierung helfen, um belastbarere kunsthistorische Zuschreibungen zu ermöglichen.

 

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ekir.de / epd, red / Foto: Wikimedia Commons / 07.02.2018



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