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Es war ein großer gemeinsamer Kraftakt, die Dorper Kirche zu sanieren. Bild-LupeEs war ein großer gemeinsamer Kraftakt, die Dorper Kirche zu sanieren.

Anmeldebeginn

Mitmachen beim Denkmal-Tag

„Gemeinsam Denkmale erhalten“: So lautet das diesjährige Motto für den Tag des offenen Denkmals am 11. September. Das gemeinschaftliche Handeln steht also diesmal im Fokus des Veranstaltungstages. Dazu könnten viele Kirchengemeinden Spannendes berichten.

„Wir möchten die Kirchengemeinden dazu aufrufen, sich mit ihren Erfahrungen in das Projekt einzubringen und sich für eine Teilnahme am ,Tag des offenen Denkmals’ anzumelden“, sagt Landeskirchenrätin Gudrun Gotthardt, die Leiterin des Dezernates Bauen und Liegenschaften bei der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Viele Gemeinden könnten interessante Geschichten zum gemeinsamen Einsatz für den Denkmalschutz berichten.

Ein Beispiel dafür ist die Dorper Kirche in Solingen. 1914 eingeweiht, war das Jugendstilgebäude Anfang des 21 Jahrhunderts in die Jahre gekommen und sollte renoviert werden. Die beauftragten Architekten nahmen die Kirche dafür genau unter die Lupe. „Diese Untersuchungen haben ein Ausmaß an Schäden zu Tage gebracht, das uns alle erschüttert hat“, berichtet Pfarrer Joachim Römelt. „Die Kirche musste sofort geschlossen werden. Wir haben an dem Wochenende drei Trauungen verlegen müssen.“

Eine Rettungsgeschichte mit vielen Hauptdarstellern

Plötzlich drohte der Abriss. Die Kosten für eine Sanierung schienen nicht zu bewältigen. Doch da ging ein Ruck durch die Kirchengemeinde. Zu stark war offenbar die Verbindung vieler Gemeindemitglieder mit ihrer Kirche, zu groß der Drang, das imposante Gebäude an dieser Stelle zu erhalten. „Etliche Leute sagten: ,Lasst uns einen runden Tisch gründen, damit wir gucken können, ob die Kirche nicht doch zu retten ist’“, erinnert sich Pfarrer Römelt und erzählt weiter: „Aus diesem runden Tisch ist die Initiative ,Rettung Dorper Kirche’“ hervorgegangen – der Förderverein. Genauso wurde die ,Bürgerstiftung Dorper Kirche’ ins Leben gerufen.“

Es begann eine Rettungsgeschichte, die viele Hauptdarsteller hat. Mit Aufrufen und Aktionen brachte der Förderverein eine Summe von 500.000 Euro zusammen. Die Bürgerstiftung stellte Mittel beinahe in Millionenhöhe zur Verfügung. Eine Gruppe pensionierter Handwerker führte über mehr als zwei Jahre etliche Arbeiten an der Kirche ehrenamtlich durch - im Wert von rund 400.000 Euro. Das Architekturbüro blieb nicht nur im veranschlagten Kostenrahmen, sondern koordinierte ehrenamtliche und hauptberufliche Arbeiten auf vorbildliche Weise. Die Bezirksregierung und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gaben Zuschüsse. Rund 800.000 Euro steuerte die Kirchengemeinde bei. Ergebnis: Im Mai 2007 wurde die Dorper Kirche wieder eröffnet.

Gemeinsame Sanierung war auch Gemeindeaufbau

Doch nicht nur das. „Wir haben auch gemerkt, dass diese Sanierungsgeschichte ein Stück Gemeindeaufbau war“, freut sich Pfarrer Römelt. „Menschen haben mitgewirkt, die wir bis dahin nicht kannten. Wir haben im neu gestalteten Raum neue Gottesdienstformen und Veranstaltungen eingeführt, die gut angenommen werden.“ In der Eingangshalle der Kirche wurde ein Café eingerichtet, das gut genutzt wird.

All diese Erfahrungen könnten die Gemeindemitglieder also am zweiten Sonntag im September zum „Tag des offenen Denkmals“ an interessierte Besucherinnen und Besucher weitergeben. Doch in der Ankündigung zum diesjährigen Motto des Aktionstags „Gemeinsam Denkmale erhalten“ ermutigt der Veranstalter, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, nicht nur dazu, positive Beispiele und Erfolgsgeschichten zu erzählen, sondern durchaus auch schwierige Fälle zu thematisieren. „Das alles ist nicht unbedingt einfach und manchmal kämpft man vergebens. Auch von diesen Erlebnissen dürfen Sie gern berichten“, heißt es im Internetauftritt.

Besuch am Tag des Denkmals ist kostenfrei

Wer sich mit einer Veranstaltung am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligen möchte, sollte beachten, dass diese für die Besucherinnen und Besucher kostenfrei sein soll, dass sonst nicht zugängliche Orte oder neue, unbekannte Aspekte eines Gebäudes gezeigt werden sollen und dass er die Gäste nicht mit dem Denkmal alleine lassen sollte.

Anmeldungen zur Teilnahme sind bis 31. Mai auf www.tag-des-offenen-denkmals.de möglich. Dort gibt es auch viele Informationen und Arbeitshilfen.

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ekir.de/sto/Hans-Karl Müller / 17.03.2016



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