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Der erste christliche-islamische Dialogtag am 10. Mai steht unter dem Motto 'Zukunft im Dialog'. Der erste christliche-islamische Dialogtag am 10. Mai steht unter dem Motto "Zukunft im Dialog".

Christlich-islamischer Dialogtag

Europäische Uraufführung

Dieser Tag ist "sicherlich eine europäische Uraufführung", sagt Rafael Nikodemus, für den christlich-islamischen Dialog zuständiger Kirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), über den christlich-islamischen Dialogtag am 10. Mai in Krefeld.

 

Kirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus Kirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus

"Zukunft im Dialog" heißt die Überschrift über dem Tag. Jetzt ist das Programm des Tags online gegangen, steht bereit zum Stöbern, Rauspicken, Planen. Kirchenrat Pfarrer Nikodemus: "Der Tag und das Programm geben ganz viele Anregungen, was man machen kann und was es alles schon für Dialogaktivitäten gibt." Der christlich-islamische Dialog sei von großer Vielfalt und relevanten Themen geprägt. Das spiegelt das Programm, das konsequent dialogisch entwickelt wurde. Jeden Programmpunkt verantwortet ein christlich-muslimisches Doppelteam - auch das macht den Tag so besonders.

Einladung an alle Interessierten

"Ich freue mich auf den Tag, auf den wir lange hingearbeitet haben", sagt Nikodemus. Und er erhofft sich möglichst viele Menschen, die den Tag in Krefeld miterleben. Interessierte sind eingeladen, am kommenden Samstag mitzumachen.

Und das erwartet sie im Krefelder Seidenweberhaus: Die Eröffnung im Großen Saal umfasst u.a. neben Koranrezitation und christlichem "Wort zum Tag" ein Grußwort der stellvertretenden NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann.

An der anschließenden Podiumsdiskussion ist u.a. der Präses der rheinischen Kirche Manfred Rekowski beteiligt. "Wie hältst Du's mit der Religion?" lautet der Titel des Podiums. Vor der Mittagspause gibt es dann noch eine Mitmachaktion. 500 Luftballons mit guten Wünschen für den Dialog werden auf dem Theaterplatz gen Himmel aufsteigen.

Wie eine Art Kirchentag

Und dann ähnelt der Tag noch mehr einem Kirchentag: Rund dreißig Workshops und Diskussionen, Arbeitskreise und Mitmachaktionen folgen, verteilt auf die Säle im Seidenweberhaus und Kirchen und Moscheevereine in der Nachbarschaft. "Nur noch kurz die Welt retten" heißt eine Veranstaltung, ein Pop-Lied zitierend, sie dreht sich um die Gestaltung des Diesseits und entsprechende Handlungsaufforderungen in Koran und Bibel. Ein Workshop stellt "Juleica Diversity" vor, ein Projekt der Jugendbildungsstätte der EKiR Hackhauser Hof und des Verbands der Islamischen Kulturzentren zum Thema Gruppenleitung.

"Notfallbegleitung für Muslime und mit Muslimen", u.a. mit dem rheinischen Landespfarrer für Notfallseelsorge Dr. Uwe Rieske. "Religiöse und kulturelle Interaktion im polizeilichen Alltag". "Bilder im Kopf" zum Thema Diskriminierung im Alltag. "Seelsorge im Krankenhaus für Muslime und mit Muslimen" - das sind nur einige Beispiele der Themenangebote.

Die rheinische Ökumene-Chefin, Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, nimmt am Podium "Leicht gesagt - schwer getan? Dialog in Alltag, Gesellschaft, Theologie und Spiritualität" teil. Präses Manfred Rekowski wird am Nachmittag noch einmal auf eine Bühne gehen: dem Podium "Hautnah - Dialogerfahrungen nicht nur am runden Tisch?".

Kleine und große Projekte auf dem „Basar des Dialogs"

Parallel findet den ganzen Tag über der "Basar des Dialogs" statt. Dreißig kleine und große Projekte aus NRW werden Stände aufbauen und über ihre Arbeit informieren, u.a. das Netzwerk "Goldrute" aus Düren. Umweltschutz in Christentum und Islam präsentieren gemeinsam der rheinische Umweltreferent, der Verband der Islamischen Kulturzentren und der 2010 von Muslimen gegründete Verein Hima für Umwelt- und Naturschutz.

Auch das ist vorbereitet: Drei Routen ermöglichen eine "Reise des Dialogs". Per Bus oder zu Fuß geht es zu Moscheen und Kirchen, jeweils mit Besuch des Mittagsgebets, Führungen, Vorträgen. Parallel läuft den ganzen Tag lang ein Kinder- und ein Kulturprogramm. Sehr dialogisch: Eine Himmelsleiter, zwölf Meter hoch, ist nur Hand in Hand zu erklimmen. Ausstellungen gelten dem "Engel der Kulturen" und beispielsweise dem interaktiven religionspädagogischen Projekt "Abrahamhaus", das sich um Judentum, Christentum und Islam dreht.

Über den Tag hinaus Schule machen

Gegen 18 Uhr beginnt das abschließende Multireligiöse Gebet. Und danach steigt eine Party. Zur unterhaltsamen Abschlussfeier wird u.a. der türkische Elvis, Nevrez Caliskan, erwartet. Verantwortet wird der Dialogtag von den Partnern im Christlich-Islamischen Forum, in dem Bistümer und Landeskirchen in NRW sowie muslimische Organisationen unter dem Dach der Christlich-Islamischen Gesellschaft vertreten sind.

Bereits Ende März gab es eine Auftaktaktion, Christen und Muslime pflanzten an einem strahlenden Frühlingstag im Naherholungsgebiet Oppumer Busch in Krefeld einen "Wald des Dialogs". Der wächst und wächst seither. Und so hofft auch Kirchenrat Rafael Nikodemus, dass der christlich-islamische Dialog über den 10. Mai hinauswächst. "Ich hoffe, dass wir etwas ins Rollen bringen, das in Deutschland Schule macht."

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 2. Mai 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 8. Mai 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 05.05.2014



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