EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr
Didacta in Köln

Ministerin rät zu mehr Begegnung mit Flüchtlingskindern

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat auf der Bildungsmesse "didacta" zu mehr Begegnungen mit Flüchtlingskindern und ihren Eltern ermutigt.

"Nichts entzieht dem Vorurteil und dem möglicherweise daraus resultierenden Hass stärker die Grundlage, als die persönliche Begegnung." Das erklärte Löhrmann am Freitag in Köln auf einer Podiumsdiskussion der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker würdigte die Betreuung von Flüchtlingskindern in Schulen. Zugleich erklärte Becker, zur Integration der Flüchtlinge und ihrer Kinder gehöre auch die angemessene Berücksichtigung ihrer religiösen Bedürfnisse. Die prägten "mitunter stärker als der Mathematik-Unterricht in der Kindheit", sagte der Paderborner Erzbischof.

Die Flüchtlingskinder, die schnell die deutsche Sprache erlernten, könnten auch eine Brücke zu erwachsenen Flüchtlingen ermöglichen, sagte Becker weiter. Der katholische Theologe mahnte außerdem, die Gruppe junger männlicher Flüchtlinge stärker in den Blick zu nehmen, die hierzulande durch die Schulraster falle, weil sie zu alt für die Schule sei. Hier müsse mehr Wert auf eine schulische Betreuung hin zu einer Berufsfindung gelegt werden.

Beckstein: Ähnlich große Flüchtlingswelle schon einmal überstanden

Der frühere bayrische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) wies bei der Diskussion darauf hin, dass Deutschland vor 18 Jahren eine ähnlich große Flüchtlingswelle überstanden habe. Damals seien russische Spätaussiedler, russische Juden und die Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland gekommen.

Beckstein mahnte angesichts der aktuellen Debatten um das Asylgesetz: "Gesetze müssen eingehalten werden." Die Veranstaltung stand unter dem Thema "Flüchtlingspolitik, Bildungsfragen und die Rolle der Kirchen".

Die Podiumsdiskussion ist Teil der Präsenz von evangelischer und katholischer Kirche auf der Bildungsmesse Didacta. Auch wird die Sonderschau „Vom Rand in die Mitte – Perspektiven eröffnen, Teilhabe ermöglichen, Hoffnung leben“ von den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Erzbistümern und Bistümern in Nordrhein-Westfalen sowie der EKD gezeigt.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

ekir.de / epd, neu / 19.02.2016



© 2016, Evangelische Kirche im Rheinland – EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung