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Dr. Weusmann referiert bei internationalem Seminar in Südafrika

Integration von Flüchtlingen: Vizepräsident ruft zu mehr Engagement auf

Pressemitteilunge Nr. 171/2014

Zu einem stärkeren Engagement bei der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft hat der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Johann Weusmann, die deutschen Kirchen auf einem internationalen Seminar zum Thema Inklusion in Stellenbosch (Südafrika) aufgerufen.

Auf Einladung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), der Rheinischen Kirche in Südafrika, der Vereinigten Reformierten Kirche und der New World Foundation diskutieren zurzeit Theologen sowie Kirchenführerinnen und -führer über inklusives Handeln im Alltag ihrer Gemeinden, über Herausforderungen und Visionen. Die Konferenz ist überschrieben mit „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich eingeladen – inklusive Gemeinschaft und Kirche“. Dieses Motto greift ein Zitat Jesu auf, das im Matthäus-Evangelium überliefert ist.

Vor Teilnehmerinnen und -teilnehmern aus Afrika, Asien und Deutschland referierte Johann Weusmann über die rechtliche Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa und über die Rolle, die die Kirchen bei ihrer Integration in die Gesellschaft spielen können. „Wer in Deutschland Zuflucht sucht, muss möglichst schnell in der Gesellschaft ankommen“, betonte Weusmann. „Kirchen können viel dafür leisten, dass sich eine Kultur des Willkommens entwickelt.“ Es sei von jeher ein Anliegen der Kirchen, „Menschen in ihrer Verschiedenartigkeit anzunehmen und einander mit Respekt zu begegnen“, fügte Marion Unger, nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung und ebenfalls Teilnehmerin an der Konferenz, hinzu.

Die Evangelische Kirche im Rheinland bemühe sich auf verschiedenen Ebenen darum, Inklusion im Alltag zu leben, meinten beide und nannten die Arbeit in den Schulen und im Umgang mit Menschen mit Behinderungen als Beispiele. Eine große Zahl von Gemeindemitgliedern engagiere sich ehrenamtlich, um Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat willkommen zu heißen. Deren Initiativen, wie Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfe für Schulkinder oder Unterstützung beim Umgang mit Behörden, gelte es zu stärken und auszuweiten. „So können sie im Sinne der Flüchtlinge als Eisbrecher in der Gesellschaft wirken“, meinte Johann Weusmann.

Gleichzeitig kritisierte der Leitende Jurist der rheinischen Kirche die Länge der Verfahren zur Anerkennung von Asylsuchenden. Ein oft über Jahre anhaltender unsicherer Aufenthaltsstatus erschwere die Integration in die Gemeinschaft. „Wir müssen Zuwanderung aktiv gestalten“, unterstrich Weusmann. „Es gibt eine große Bereitschaft zur Aufnahme von Flüchtlingen in unseren Gemeinden und in unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, dass administrative Barrieren aus dem Weg geräumt werden.“

Das internationale Seminar der VEM, einer Gemeinschaft von 35 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland sowie der von Bodelschwingh’schen Stiftungen, beleuchtet Initiativen, durch die Kirchen Orte für inklusive Gemeinschaft sein wollen. In den Beiträgen wurde deutlich, dass die Kirchen dabei vor großen Herausforderungen stehen. Gewalt gegen Frauen, Armut, eine immer noch bestehende Trennung zwischen Weißen, Farbigen und schwarzen Bevölkerungsgruppen in Afrika gilt es zu überwinden. „Dabei müssen Kirchen auch ihre eigenen Strukturen kritisch hinterfragen“, erklärte VEM-Vorstandsmitglied Dr. Jochen Motte. Die Konferenz dauert noch bis zum Sonntag.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 14. November 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 14. November 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

Stellenbosch/Düsseldorf / EKiR-Pressestelle / 14.11.2014



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