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Dünenklinik der rheinischen Frauenhilfe auf der Insel Spiekeroog. Dünenklinik der rheinischen Frauenhilfe auf der Insel Spiekeroog.

WDR-Fernsehfilm unter anderem aus der Dünenklinik

Heilung beginnen

Sie ist alleinerziehende Mutter eines Mädchens, arbeitet als Freiberuflerin, und sie muss funktionieren. Aber sie ist psychisch am Limit. Und so kommt Steffi M. in eine Mutter-Kind-Kur. Von ihr erzählt der Film „Mama hat Burn-out“, am 11. August ab 22.10 Uhr im WDR-Fernsehen in der Reihe „Menschen hautnah“ zu sehen. 

Dreharbeiten in der Dünenklinik für den WDR-Film. Dreharbeiten in der Dünenklinik für den WDR-Film.

Immer mehr Mütter landen in der Erschöpfungsfalle, brennen aus, macht der Film von Diana Ahrabian deutlich. Erzählt wird hautnah – zum Beispiel auch die Geschichte von Dana H., verheiratet, drei Kinder, Teilzeitjob. Nach einem körperlichen Zusammenbruch drang ihr Hausarzt auf einen Kuraufenthalt. Der Film begleitet die Frauen während und nach der Kur. Und zeigt, wie schwierig es für alle Beteiligten ist, wenn die Mutter nicht mehr wie immer funktioniert.

Gedreht wurde u.a. in der Dünenklinik, der Evangelischen Mutter-Kind-Klinik der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland. Diese Fachklinik für Frauengesundheit liegt in den Dünen der Nordseeinsel Spiekeroog, eine autofreie Insel. „Das Gute an einer Mutter-Kind-Kur ist, dass der Ausstieg aus dem Alltag nachhaltige gesundheitliche Erholung für Leib und Seele ermöglicht“, erklärt Dagmar Müller, die Leitende Pfarrerin der rheinischen Frauenhilfe, gegenüber ekir.de. Auch in dem Fernsehfilm kommt die rheinische Theologin zu Wort. 

Nordseeinsel Spiekeroog Nordseeinsel Spiekeroog

Körper und Geist kommen in Bewegung

Alltagsstrukturen könnten in der Kur überdacht und verändert werden, so Dagmar Müller weiter. Außerdem komme mit dem Körper auch der Geist in Bewegung und die Eltern-Kind-Beziehungen würden gestärkt, weiß sie ekir.de zu berichten.

Genauer erläutert sie: „Ich erlebe in der therapeutischen Arbeit, dass die Mütter nach der Ankunft in der Dünenklink ihre Masken des ,funktionieren müssen‘ fallen lassen, die Erschöpfung sich Bahn bricht, weil sie erfahren, dass sie hier auch so angenommen sind. Dann kann die gemeinsame Arbeit an der Heilung beginnen.“

Die Klinik sei medienfrei und ermögliche den Kindern „viel Freiraum für Bewegung, Spiel und Inselerkundung“. Außerdem lernen sie Entspannungstechniken und - falls notwendig – bekommen sie eine Asthmaschulung.

Zeitgemäßer diakonischer Auftrag

Die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland verwirkliche mit der Dünenklinik „zeitgemäß ihren diakonischen Auftrag“, so Dagmar Müller. „Die Stärkung von Frauen, die durch ihre Mehrfachbelastung gesundheitliche Schäden erleiden, ist ein diakonischer Dienst an der Basis unserer Gesellschaft, in der die Care-Arbeit immer noch entwertet wird, egal ob in der Familie oder als Berufstätige in Erziehungs- und Pflegeberufen.“

Die Dünenklinik sei ein Teil der diakonischen Beratungsarbeit und Familienhilfe, da wo die ambulanten Hilfen nicht mehr ausreichen. „Die Mütter, die zu uns kommen, suchen bewusst eine evangelische Klinik auf. Mit Begeisterung nehmen sie an den Familiengottesdiensten und den Andachten teil, die wir anbieten.“

Die Insel ist die beste therapeutische Kraft

Die Kostenträger der Kuren sind die Krankenkassen, aber die Tagessätze sind knapp bemessen. Die Insellage mache die Bewirtschaftung der Klinik und die Personalbeschaffung schwierig. Gleichzeitig gilt: „Die Insel ist ja aber auch unsere beste therapeutische Kraft. Deshalb sind wir sehr froh, dass die Mitglieder der Frauenhilfe Spenden sammeln."

Mit diesen Spenden kann armen Frauen ein Taschengeld gezahlt werden. Auch neue Spielgeräte, Fahrräder und Bollerwagen sind drin. Dagmar Müller: "Es ist gut, einen starken Verband hinter der Dünenklinik zu haben – darum werden wir von Trägern anderer Kliniken beneidet.“ 

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ekir.de / neu / 11.08.2016



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